Den Bedürfnissen der Senioren auf den Grund gehen

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Fr, 15. November 2019

Schopfheim

Stadtseniorenrat will bei Einrichtungen und Gruppen vorstellig werden und ergründen, welche Themen ältere Menschen beschäftigen.

SCHOPFHEIM (hjh). Cityticket, Barrierefreiheit, Wohnen und Fahrdienste, Seniorenbänke – der Stadtseniorenrat verfolgt gleich eine ganze Reihe von Projekten. In der jüngsten Sitzung gab es einen Ausblick über den aktuellen Stand und geplante Aktivitäten.

Dagmar Stettner, Leiterin des Stadtseniorenbüros, hat ein Defizit in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ausgemacht. Sie glaubt, der Seniorenrat und die Arbeit ihres Teams seien noch nicht bekannt genug. In den nächsten Wochen werden deshalb unter anderem die Sitztanzgruppe der Malteser, der Schwarzwaldverein, der AK Integration, das "Café Unkompliziert", die Seniorenunion, die "Fröhlichen Ruheständler", die AWO, die Wandergruppe des Skiclubs, die Initiatoren und Mitglieder der "Zeitbank", die Kolpingsfamilie sowie die Gäste der Seniorennachmittage auch in den Teilorten Besuch bekommen. Die Vorstandsmitglieder des Seniorenrates – Bernt Hasler, Dagmar Stettner, Hannes Schneider, Agnes Sauer, Günter Zabel und Karl-Heinz Bieletzki – sowie die Vertreter der Organisationen, die ebenfalls Mitglied des Gremiums sind, stellen bei diesen Besuchen sich selbst und die Ratsarbeit vor und versuchen mit gestärktem Rücken, ihren Bitten und Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.

Erfahren wollen sie dabei auch, welche Themen die alten Menschen beschäftigen. "Ist der Fahrkartenautomat gut zu bedienen?", "Gibt es genug öffentliche Toiletten?", "Fällt es schwer, zum Arzt zu kommen?", "Sind Behördenschreiben zu verstehen?", "Kommen sie klar mit Bankautomaten?", "Wie erledigen sie ihre Einkäufe?", "Wissen sie, wo sie Alltagshilfen bekommen?" oder: "Sind sie alleine, haben sie keine Angehörigen?"

Antworten auf diese Fragen sollen gesammelt, ausgewertet und in das derzeit in Arbeit befindliche Portfolio des Seniorenrats aufgenommen werden, versicherte Dagmar Stettner. Auch mit dem Thema "Mitteilungspflicht der Gemeinde" befasst sich das Gremium. Karl-Heinz Bieletzki kündigte an, eine Vorlage zu erarbeiten und diese den Gemeinderatsfraktionen vorzustellen.

Erste Erfolge verzeichnet die Gruppe des Seniorenrats, die sich mit der Barrierefreiheit in der Stadt befasst. So sind wohl Lösungen in Sicht an den Kreuzungen Roggenbach-/Himmelreichstraße sowie an der "unsäglichen Verkehrsinsel" Schwarzwald-/Hebelstraße. Außerdem sei man dabei, Ruhebänke am Marktplatz mit Aufstehhilfen aufzurüsten und weitere Bänke in Schopfheim aufzustellen. Zwei solche Bänke will der Seniorenrat aus dem ihm zur Verfügung stehenden Etat von 3000 Euro finanzieren. Und die Stadt habe im Haushalt für das kommende Jahr erfreulicherweise 22 000 Euro dafür bereitgestellt, sagte Stadtseniorenrats-Vorsitzender Hannes Schneider. Angedacht sei außerdem, am Rande der Scheffelstraßen-Fußgängerzone Schließfächer aufzustellen, in denen Einkäufe deponiert werden können, um den weiteren Bummel durch die Innenstadt zu erleichtern. Außerdem seien regelmäßige Treffen (alle drei Monate) mit Bürgermeister Dirk Harscher vereinbart. Auch werden Seniorenrat und Behindertenbeirat zu künftigen Verkehrsschauen eingeladen.