Sparprogramm

Der Automobilzulieferer Schaeffler will in Lahr 30 Stellen abbauen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mo, 14. September 2020 um 13:48 Uhr

Lahr

Jetzt liegen Zahlen für das Lahrer Werk vor: Im Zuge des Schaeffler-Sparprogramms sollen 30 Stellen in der Verwaltung wegfallen. Der Betriebsrat spricht von "schleichendem Personalabbau".

30 Stellen sollen bis 2022 im Lahrer Schaeffler-Werk abgebaut werden. Das hat der Betriebsratsvorsitzende Volker Barthruff auf BZ-Anfrage mitgeteilt. Laut Barthruff betrifft der Plan der Konzernzentrale ausschließlich den Verwaltungsbereich, in der Produktion sind keine Streichungen vorgesehen. Der Betriebsrat geht davon aus, dass der Abbau über Altersteilzeit und Abfindungen geregelt wird. Schaeffler arbeite noch an einem konkreten Konzept.

"Jede abgebaute Stelle ist eine zuviel"

Betriebsratsvorsitzender Volker Barthruff
Der Zulieferer mit Hauptsitz in Herzogenaurach hatte vergangene Woche angekündigt, in Krisenzeiten 4400 Stellen an 14 Standorten in Deutschland und Europa zu streichen. "Jede abgebaute Stelle ist eine zuviel", sagt Barthruff. In den vergangenen Jahren seien in Lahr schon rund 250 Arbeitsplätze verlorengegangen. Etwa 1300 Stellen sind geblieben. "Das ist ein schleichender Personalabbau", bilanziert der Betriebsratsvorsitzende. "Auch wenn man nicht von betriebsbedingten Kündigungen redet." Zuletzt sei auch die der Leiharbeiter von mehr als 150 auf etwa 50 gesunken. Befristete Arbeitsverhältnisse wurden coronabedingt nicht weitergeführt worden. Die Konsequenz: Für die Belegschaft verdichte sich Arbeitspensum. "Die Auswirkungen sind nicht unerheblich."

Kurzarbeit wohl noch bis Jahresende

Während im Automotive-Bereich in Lahr seit Mitte Juni wieder voll gearbeitet wird, gilt in der anderen Hälfte des Werks Kurzarbeit. Der Betriebsrat rechnet damit, dass das mindestens bis Jahresende so bleiben wird.

2017 habe der Betriebsrat eine Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland verhindert, so Barthruff weiter. Damals wurde eine Zukunftsvereinbarung abgeschlossen. Diese sieht vor, dass betriebsbedingte Kündigungen auch bei wirtschaftlichen Krisen ausgeschlossen werden und die deutschen Standorte erhalten bleiben und gestärkt werden. Durch das Sparprogramm werde die Vereinbarung infrage gestellt, so Barthruff.

Deutschlandweiter Aktionstag am Mittwoch

Die IG Metall Offenburg hatte sich vergangene Woche entsetzt gezeigt über das Sparprogramm des Schaeffler-Konzerns. Um ein Zeichen zu setzen, sind die Beschäftigten an allen Standorten in Deutschland am Mittwoch, 16. September, zu einem Aktionstag aufgerufen. In Lahr ist der Auftakt um 13.30 Uhr.