Der Diplomat Gottes

Maria Lauber

Von Maria Lauber

Sa, 15. November 2008

Glaube

Keiner hat so früh und so beharrlich um die Einheit der Christen gekämpft wie er – Vor 40 Jahren starb Kardinal Augustin Bea / Von Maria Lauber

Konstantinopel im Jahre 1054: Der römische Kardinal Humbert von Silva Candida wirft wütend eine Bannbulle auf den Altar der Hagia Sophia. Der Bruch zwischen dem Papst und den orthodoxen Kirchen ist vollzogen.

911 Jahre später: Augustin Kardinal Bea verliest bei der letzten öffentlichen Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 7. Dezember 1965 das Schriftstück, mit dem Papst Paul VI. die Bannbulle aufhebt. Die feierliche Zeremonie findet zeitgleich in Istanbul und in Rom statt. Dort umarmt Papst Paul VI. den Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel, Beifall brandet auf. Es wird der längste Beifall des gesamten Konzils. Ein Meilenstein der Ökumene.

In die Wiege gelegt sind die hohen kirchlichen Würden und die zentrale Rolle für die Ökumene Augustin Bea keineswegs. Mit elf Jahren erkrankt Augustin an "Schwindsucht". Nach der Untersuchung schickt der Arzt den Jungen aus dem Zimmer, der jedoch hat Verdacht geschöpft, lässt die Tür angelehnt und hört, wie der Doktor zu seiner Mutter sagt: "Frau Bea, es tut mir sehr leid, geben Sie ihm zu essen, was ihm schmeckt; der Bub wird nicht mehr länger als drei Monate leben." Bea isst, was ihm schmeckt, und stirbt erst 76 Jahre später. Am morgigen Sonntag jährt sich sein Todestag zum 40. Mal.

Geboren 1881 in Riedböhringen, zwischen Blumberg und Donaueschingen, entdeckt der örtliche Pfarrer die Begabung des Jungen aus bescheidenen Verhältnissen. Augustin erhält Lateinstunden. Der erste Kontakt mit dem ökumenischen Milieu am Gymnasium in ...

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