Weltnachricht

Der erschlagene Auerhahn hat es bis in die New York Times geschafft

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Di, 13. August 2019 um 16:27 Uhr

Feldberg

Der Auerhahn ist vom Aussterben bedroht. Für Aufregung sorgte deshalb, dass ein Mann am Samstag ein Exemplar erschlug – ein so ungewöhnlicher Fall, dass sogar die New York Times berichtet.

Western Capercaillie, Wood Grouse und Heather Cock? Lesen Sie die New York Times! Die renommierte Zeitung aus den USA widmet sich in ihrer Online-Ausgabe in stattlicher Aufmachung dem Auerhahn, und zwar dem unerfreulichen Anlass,dass ein Auerhahn am Samstag bei der Todtnauer Hütte in Germany totgeschlagen worden ist. Als ungewöhnlicher Fall für die Polizei wird geschildert, was am Rande des Laurentiusfests geschah, kurz gefasst: Der im Bestand gefährdete Vogel attackiert zwei Männer, die ihm zu nahe kommen, die Männer schlagen zurück und den Vogel mit einer Flasche tot, für diese Tat werden sie Opfer von Selbstjustiz. "Less surprising, alcohol was involved" – soll heißen, wen wundert’s, es war Alkohol im Spiel.

Der Kollege stellt den ihm vermutlich aus der BZ bekannten Sachverhalt dar. Die Aussagen sind alle mit Quellen belegt, vom Auerhahnexperten Christian Sütfeld bis hin zur Polizei im Black Forest Village Titisee-Neustadt. Auch eine deutsche Wissenschaftlerin kommt zu Wort.

Sütfeld wird ausführlich zitiert, auch, dass er die Männer der Dummheit bezichtigt, sie hätten offenkundig nicht kapiert, was sie anrichten. Denn, auch das erfährt der New York Times-Leser, die Aufregung um den Totschlag rührt daher, dass der Auerhahn, "etwa so groß wie ein großes Huhn", einst weit verbreitet und ein Symbol für Deutschlands dichte Wälder, vom Aussterben bedroht ist.

Und dass ausgerechnet der Schwarzwald, einer der letzten Rückzugsräume, zum Tatort geworden ist, weil zwei Männer das Revier des Auerhahns kreuzten. "If they had only had stayed on the path, none of this would have had happend", erhält Sütfeld das Schlusswort: "Wären sie nur auf ihrem Weg geblieben, nichts von all dem wäre passiert..."