Bahnfrust

Der Fahrstuhl am Bahnhof Gottenheim ist immer noch außer Betrieb

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

So, 29. März 2020 um 09:44 Uhr

Gottenheim

Der Aufzug im Gottenheimer Bahnhof ist weiterhin nicht in Betrieb. Auch über hundert Tage nach dem Start des elektrifizierten S-Bahn-Betriebes ist der Bahnhof somit immer noch nicht barrierefrei.

Der Mittelbahnsteig, an dessen Gleis 3 die Züge von und nach Endingen halten sowie die Züge nach Freiburg an Gleis 2, ist vom Ort aus nur über die Treppe zur Unterführung zu erreichen.

Damit ist auch kein barrierefreies Umsteigen zwischen der Endinger Linie und den Zügen, die von Freiburg nach Breisach fahren und an Gleis 1 halten, möglich. Ursprünglich wollte die Bahn dies zum 17. Februar hinbekommen, als der Streckenteil bis Breisach in Betrieb ging. Danach hieß es, man werde voraussichtlich bis Ende vergangener Woche fertig. Beides ist nicht eingetreten.

Aufzug ist technisch bereit

Lediglich die Rampe, die vom Vorplatz des Bahnhofes zur Unterführung führt, ist fertig geworden. "Wir werden seit Monaten von der Bahn hingehalten, das ist ein untragbarer Zustand" ereifert sich Gottenheims Bürgermeister Christian Riesterer. Er hatte es dieser Tage selbst erlebt, wie eine Rollstuhlfahrerin, die vom Endinger Zug kommend in Richtung Breisach umsteigen wollte, wieder die Rückfahrt Richtung Endingen antreten musste, da es keine Möglichkeit für sie gab, von Gleis 3 auf Gleis 1 zu wechseln. Verärgert zeigt sich Gottenheim Bürgermeister auch über den Schmutz, der sich mittlerweile in der Unterführung ansammele.

Der Aufzug ist offenbar technisch einsatzbereit, es fehlen aber noch die letzten Kontrollprüfungen, um die Benutzung freizugeben. Einen Zeitpunkt dafür konnte die Bahn auf Anfrage am Freitag noch nicht nennen. Was derzeit aber funktioniert, sehr zum Erstaunen der Fahrgäste, sind Kontrollen. Die Bahn hatte Mitte März mitgeteilt, auf Fahrscheinkontrollen im Regionalverkehr zu verzichten, um angesichts der Ausbreitung des Virus unnötige Kontakte zu vermeiden.

Kontrollen finden statt

Am Dienstag aber waren gleich drei Kontrolleure zusammen auf der S 12 zwischen Endingen und Gottenheim im Einsatz. Die Bahn erklärte nun dazu, es gebe weiter Kontrollen, aber auf ein Minium reduziert. Eigentlich sollten die Türen von Bahnen und Bussen immer an Haltestellen geöffnet werden, ohne dass Fahrgäste die Türknöpfe drücken müssen. Auch das soll die Ausbreitung der Viren hemmen. Die Bahn erklärte jetzt, die automatische Öffnung erfolge dort, wo es technisch möglich sei. Die neuen S-Bahnen gehören offenbar nicht dazu, hier muss immer noch gedrückt werden.

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