Schutz vor Covid-19

Im Seniorenzentrum Efringen-Kirchen ist der erste Einsatz des Impfteams beendet

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

So, 17. Januar 2021 um 07:55 Uhr

Efringen-Kirchen

Der Arzt Gerhard Kienle und ein mobiles Team impften die Bewohner und das Personal des Seniorenzentrums Efringen-Kirchen. Alle, die konnten und wollten, kamen an die Reihe.

Mobile Impfteams sind im Landkreis Lörrach unterwegs, um Bewohner und Pflegepersonal in Seniorenheimen gegen das Coronavirus zu impfen. Am Donnerstag war Gerhard Kienle, langjähriger Hausarzt in Efringen-Kirchen, als so genannter Impfpate mit einem Team im dortigen Seniorenzentrum im Einsatz. In einem Pressegespräch informierten Gerhard Kienle und die Leiterin des Zentrums, Martina Bivort, über die Impfaktion.

Noch zu impfen waren 33 Personen, drei hatten eine Impfung abgelehnt. Alle Bewohner seien bereits seit dem ersten Lockdown ständig über die weiteren Entwicklungen und später auch über die Impfungen informiert worden, betonte die Leiterin des Zentrums. Wie Kienle und Bivort erklärten, habe keiner bisher über Impfnachwirkungen geklagt.

60 Prozent der Pflegekräfte ließen sich impfen

Achtzehn Heimbewohner hatten bereits eine Infektion durchgemacht, können nach derzeitigem Erkenntnisstand als immun angesehen werden und benötigten keine Impfung mehr. Weitere drei positiv Getestete befinden sich noch in den Räumen der Tagespflege, wo eine Isolation eingerichtet wurde, die noch bis zum Dienstag nächster Woche andauere, wie Bivort erklärte. Isolation bedeute jedoch keine totale Abschottung, erklärte Bivort weiter. Den ganzen Tag über finde Pflege und Betreuung statt mit Unterhaltung und Spaziergängen im Garten. Auch eine Nachtwache stehe bereit.

Hatten sich bisher nur rund 45 Prozent der Pflegekräfte zu einer Impfung bereit erklärt, machten letztendlich doch rund 60 Prozent von ihr davon Gebrauch. "Einige kamen mit einem `Nein´ zur Beratung", schilderte Kienle die Situation, "waren im Anschluss daran jedoch zur Impfung bereit." Darüber hinaus bleibe es jeder/jedem überlassen, später zum Hausarzt oder zum Impfzentrum zu gehen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Umgang mit infizierten Bewohnern haben, werden jeden zweiten Tag getestet, die übrigen zweimal pro Woche, klärte Bivort auf.

Die Organisation war sehr aufwendig

Dauerte die eigentliche Impfaktion auch nur rund dreieinhalb Stunden, verlief deren Vorbereitung und Organisation jedoch wesentlicher aufwändiger. Eine Kraft sei eine ganze Woche damit beschäftigt gewesen, betonte Bivort. So musste für jede zu impfende Person eine Anamnese vorgelegt werden, verschiedene Einverständniserklärungen waren einzuholen. Unterstützt wurde das Impfteam von einem mobilen Team des Zentralen Impfzentrums (ZIZ) Freiburg. Dieses brachte die Impfdosen tiefgekühlt nach Efringen-Kirchen.

Vor Ort bereiteten dessen Mitglieder das Serum und die Spritzen vor und übergaben diese dann an den Impfpaten. Es sei "ein heikles Verfahren", aus den Gläschen sechs Impfportionen zu ziehen, begründete Kienle das Vorgehen. Gespritzt wurde der von Pfizer-Biontech entwickelte Impfstoff. Die Hälfte der Dosen wird für die zweite Impfung in drei Wochen zurückbehalten.

Besucher brauchen einen Negativtest und eine FFP2-Maske

Kienle war zwar schon während seiner Zeit als Hausarzt auch für Bewohner des Seniorenzentrums tätig gewesen. Doch als Impfärzte gesucht wurden, hatte er sich, schon gesetzt für das Lörracher Impfzentrum, für einen Einsatz in Efringen-Kirchen zur Verfügung gestellt.

Der ebenfalls beim Pressegespräch anwesende Andreas Gräff, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit des St. Josefshauses Herten, zu dem auch das Seniorenzentrum gehört, wies darauf hin, dass sich Angehörige zu einem Besuch einen Negativtest und eine FFP2-Maske mitbringen müssen. Der Test kann nach Anmeldung an bestimmten Tagen auch direkt im Seniorenzentrum vorgenommen werden. Informationen hierzu nur für Angehörige gibt es von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter 07623-470470.