Bürgerpreis Lahr

Der Kulturkreis wird für sein Engagement in der Stadt ausgezeichnet

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Sa, 19. Oktober 2019 um 07:59 Uhr

Lahr

Mit dem Preisgeld will die Lahrer Einrichtung die Veranstaltungstechnik erneuern. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen.

"Wir fördern Kreativität und Innovation, Verständigung und Toleranz, Verantwortung und Gestaltungswillen." Christoph Schalk, Vorsitzender der Stiftung Bürger für Lahr, hat am Donnerstagabend im Pflugsaal aus der Präambel der Satzung zitiert. Dann überreichte er den mit 3000 Euro dotierten Bürgerpreis der Stiftung an den Kulturkreis Lahr, der diese Werte geradezu beispielhaft verkörpert.

Jetzt bekommt der Kulturkreis den Wanderpokal

Der Preis wird zum sechsten Mal seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2006 verliehen. Da es sich um einen Wanderpokal handelt, auf dessen Sockel die jeweiligen Preisträger eingraviert werden, durfte Klaus Blawert vom gallo-römischen Arbeitskreis, der 2017 ausgezeichnet worden war, den Pokal weiterreichen. Blawert berichtete, dass das Preisgeld für die Herstellung von römischen Gewändern verwendet worden ist, die sich als identitätsstiftend für die sehr aktive Gruppe erwiesen hätten. Für die finanzielle Förderung und die mit der Preisverleihung verbundene Aufmerksamkeit und Würdigung des Kulturkreises dankten – im Namen des 13-köpfigen gleichberechtigten Vorstandsteams – Susanne Weber, Christopher Kern und Ralf Kuchheuser. Das Preisgeld soll für die Erneuerung der Veranstaltungstechnik genutzt werden.

Die Auflösung des Vereins stand schon im Raum

In einem kleinen Gespräch mit Senja Töpfer, die als Vorstandsmitglied der Stiftung Bürger für Lahr die Moderation des Abends übernommen hatte, bezeichnete Ralf Kuchheuser den Preis als "Ehre und Ansporn" und verwies darauf, dass "wir erst seit fünf Jahren dran sind. Andere haben die Vorarbeit geleistet, haben das Nest gebaut, in das wir uns gesetzt haben". Dass der 1983 gegründete Kulturkreis aus einer kritischen Phase, in der gar die Auflösung im Raum stand, gestärkt hervorging, geht auf die Beharrlichkeit einiger früherer Vorstandsmitglieder und den Gestaltungswillen der neuen Mannschaft zurück, die mit dem Bürgerpreis nun eine öffentliche Würdigung erfährt. "Ihre Kulturarbeit ermöglicht Begegnungen. Sie zeigen, dass sich Mitgestalten lohnt und Identifikation und Heimat schafft", betonte Christoph Schalk.

Gespräche mit Stiftung Reichswaisenhaus laufen

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, Gründungs- und Kuratoriumsmitglied der Stiftung, blickte zurück auf deren Gründung und verschwieg nicht die Schwierigkeiten, neue Großstifter zu finden. Deshalb freue er sich, dass es "gute Gespräche mit der Stiftung Reichswaisenhaus" gebe, die Finanzierung der Bürgerstiftung auf neue Füße zu stellen. Müller argumentierte dafür, die – nicht unumstrittene – "Bindung zwischen Stiftung Bürger für Lahr und der Stadt" beizubehalten. Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung vom Saxofonquartett Farbton.
Bisherige Preisträger

2007: Faustlos – Gewaltpräventionsprojekt des Fördervereins Luisenschule
2009: Initiative für das Begegnungshaus Lahr
2012: Kreidlinger & Bäuerle, Filmemacher
2015: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr
2017: Arbeitskreis Römeranlage