Ehrenamt mit großer Verantwortung

Der neue Ihringer Gemeinderat nimmt seine Arbeit auf

cla

Von cla

Di, 16. Juli 2019 um 18:29 Uhr

Ihringen

Der Ihringer Gemeinderat hat sich konstituiert. Die Gemeinderäte wählten Alois Lai zum Wasenweiler Ortsvorsteher. Fünf bisherige Räte wurden verabschiedet

IHRINGEN. Der neue Ihringer Gemeinderat mit seinen nun 20 statt bislang 18 Mitgliedern hat sich im Ihringer Bürgersaal zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Alois Lai wurde als Wasenweiler Ortsvorsteher bestätigt. Die fünf ausscheidenden Ratsmitglieder wurden feierlich verabschiedet.

Bevor sich alle neu gewählten Gemeinderäte an den großen Tisch setzen konnten, war eifriges Stühlerücken nötig. Um zwei Mitglieder ist das Gremium mit der Wahl Ende Mai durch Ausgleichsmandate angewachsen, 20 Bürgervertreter mussten nun einen Platz am Ratstisch finden. Etwas verloren stand zuletzt noch Sven Breisacher von der CDU neben den voll besetzten Stühlen seiner Fraktion. Die hat jetzt einen Sitz mehr und ist von sieben auf acht Mitglieder gewachsen. Auch an der Kopfseite des Tisches, wo die Grünen sitzen, musste ein Stuhl mehr an den Tisch gerückt werden. Sechs statt bislang fünf Mitglieder zählt die Fraktion, die damit ebenso groß ist wie die SPD-Fraktion. Deren Stärke blieb im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode unverändert.

Schließlich aber fand sich für alle Gemeinderäte ein freier Stuhl, sodass man zur Verpflichtung der Mandatsträger übergehen konnte. Stellvertretend für das gesamte Gremium sprach Wolfgang Mössner, das älteste Ratsmitglied, die Eidesformel.

Viele Herausforderungen
"Dies ist ein besonderer Moment", betonte Bürgermeister Benedikt Eckerle. Viele Aufgaben warten auf den neu eingesetzten Gemeinderat. Die Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten, die Unterbringung von Geflüchteten, die Pflege von Schule und Kindergärten gehören dazu, zählte Eckerle auf. Eine besondere Herausforderung wird es für das Gremium sein, trotz der klammen Finanzlage einen Haushalt zu verabschieden, den die kommunale Aufsichtsbehörde genehmigt. Und vorneweg ist der demokratisch gewählte Gemeinderat für die Kontrolle der Verwaltung verantwortlich.

"Es ist nicht immer einfach, die lauten Stimmen Einzelner und das Gemeinwohl abzuwägen", sagte der Bürgermeister und wünschte den Ratsmitgliedern daher "viel Fingerspitzengefühl" für die kommenden fünf Jahre.

Fünf bisherige Räte scheiden aus
Vor der Verpflichtung des neuen Gemeinderats wurden fünf ehemalige Räte feierlich aus dem Gremium verabschiedet. Christoph Günther (Grüne), die bisherige zweite Bürgermeisterstellvertreterin Elvira Kiss (CDU), der Wasenweiler Ortsvorsteher Alois Lai (SPD), Jürgen Schneider (CDU) und Ralf Selinger (SPD) hatten sich im Mai nicht erneut zur Wahl gestellt. Auf insgesamt 110 Jahre kommt die Amtszeit der fünf in Gemeinde- und Ortschaftsrat, hatte Bürgermeister Eckerle ausgerechnet. "Ein Stück an Erfahrung wird den Ratstisch verlassen", sagte er.

Gleichwohl: Lai wird an den Sitzungen des Ihringer Rat voraussichtlich auch in Zukunft gelegentlich noch teilnehmen. Zwar wollte Lai mit der Wahl in diesem Frühjahr eigentlich aus der Kommunalpolitik aussteigen, wurde nun aber vom neuen Wasenweiler Ortschaftsrat erneut zum Ortsvorsteher berufen. Gerade konstituiert, bestätigte der Ihringer Gemeinderat die Wahl. Lais Stellvertreter sind Manuel Flubacher (CDU) und Mike Isele (SPD).

Seit 2006 hat Lai das Amt des Ortsvorstehers bereits inne, nun aber erstmalig, ohne zugleich Mitglied im Ortschafts- oder Gemeinderat zu sein. Er wird also nur als beratendes und nicht als stimmberechtigtes Mitglied beim Bürgermeister am Ihringer Ratstisch Platz nehmen und zählt somit laut Eckerle "auch optisch" zur Verwaltung.

Ehrungen
Für ihr langjähriges Engagement in Gemeinde- und Ortschaftsrat zeichnete Bürgermeister Eckerle als Stellvertreter der Gemeinde und des baden-württembergischen Gemeindetags die ausscheidenden Ratsmitglieder Christoph Günther (15 Jahre), Elvira Kiss (20 Jahre), Jürgen Schneider (20 Jahre), Ralf Selinger (25 Jahre), Alois Lai (30 Jahre) aus.

Für mindestens zehnjährige kommunalpolitische Tätigkeit wurden Susanne Bremer (SPD), Martin Schweizer (CDU), Benjamin Wittstock (CDU), Tanja Hohwieler (Grüne), Thomas Schneider (SPD) und Elvira Röder (SPD) geehrt. Für sein bislang 30-jähriges kommunalpolitisches Engagement wurde Wolfgang Mössner ausgezeichnet.