Der Plan für Freiburgs digitale Transformation

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Von ds

So, 27. Oktober 2019

Freiburg

Der Sonntag Freiburg hat jetzt eine Digitalisierungsstrategie.

Die Stadt Freiburg soll in puncto Digitalisierung ein ganzes Stück in die Zukunft gebracht werden, das war eine der Ankündigungen von Martin Horn in dessen OB-Wahlkampf, und seit dieser Woche liegt nun auch das Strategiepapier vor, nach dem das Ziel erreicht werden soll.

Aufgeteilt ist die Strategie in sechs Themenbereiche, es beginnt bei "Lebenswelten, Familie, Gesundheit" und endet mit "Netze, Energie Verkehr". In allen Gebieten soll die Digitalisierung dem Bürger zugute kommen. "Wir wollen die Digitalisierung dort nutzen, wo sie uns hilft, unser Leben zu erleichtern", sagt OB Martin Horn. Wer genauer wissen will, wie das funktionieren soll, klickt sich im unter digital.freiburg.de einsehbaren Strategiedokument bis auf die Ebene der konkreten Maßnahmen herunter. Dort geht es beispielsweise um zur Verfügung gestellte Echtzeitinformationen, über einen digitalen Stadtplan. "Dadurch wird die Suche nach freien Parkplätzen, funktionierenden Aufzügen und Toiletten erleichtert". Ein Online-Werkzeug soll es Eltern ermöglichen, sich über Schulkindbetreuung zu informieren, die Betreuung ihrer Kinder über diese Plattform zu beantragen sowie deren Verpflegung zu verwalten. Das Stadtarchiv soll viele seiner Schätze digital bereithalten und so zum "Gedächtnis der Stadt" werden. Mittels eines Masterplans "Digitale Infrastruktur für Freiburg" möchte die Stadt den Fahrplan für die Ausrüstung des Stadtgebiets mit Gigabit-Breitband-Netz, dem Mobilfunkstandard 5G und Netzen für das "Internet of Things" festlegen.

Und Freiburg soll der digitalen Neuzeit nicht nur beiwohnen, sondern sie auch prägen. Die Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule soll laut Digitalkonzept zur Lernfabrik 4.0 und die Walter-Rathenau-Gewerbeschule zum Industrie 4.0-Labor werden – woran man dort schon seit einer Weile arbeitet. Den Bürgern insgesamt soll ein "Haus der Digitalen Kultur" zugute kommen, in dem sie sich "mit den Herausforderungen, Chancen und Risiken der digitalen Transformation auseinandersetzen und Digitales auch selber erleben können". Unterkommen soll es virtuell im Netz und physisch in der Stadtbibliothek und ihren Zweigstellen. Und auch einen Digitalbeirat soll es künftig geben, der städtische Angelegenheiten auf Aspekte der Digitalisierung abklopfen soll.

"Die Digitalisierung ist da, und geht nicht mehr weg"

Wenige Beispiele aus einem großen Katalog von Maßnahmen, an dem schon fast so lange gearbeitet wurde, wie Martin Horn in seinem Amt ist. Und der einiges an Geld kostet: Eine Art Sockelbeitrag von 20 Millionen Euro, um bis zum Jahr 2023 alle Elemente zumindest einmal in Gang zu bringen, 10 Millionen Euro die bis dahin schon an Folgekosten aufgelaufen sein werden, weitere jährliche Sachkosten von 3,2 Millionen und Personalkosten von 1,4 Millionen Euro – 20 neue Stellen sollen geschaffen werden.

Im Dezember muss der Gemeinderat über das Konzept abstimmen und dann nach und nach auch die Gelder freischalten. Eine Alternative gebe es im Prinzip nicht, sagt OB Marin Horn. "Die Digitalisierung ist da, sie bleibt und geht auch nicht weg". Soll heißen: An Investitionen in diesen Bereich komme Freiburg nicht vorbei.ds