Lahr

Der Radikalenerlass ließ keinen Platz für Andersdenkende

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Sa, 25. Juli 2015 um 14:32 Uhr

Lahr

Werner Engelmann war gerne Lehrer – und wäre es auch gerne geblieben. Aber in den Augen des Staates war er ein Verfassungsfeind. Vor 35 Jahren beendete ein Brief seine Karriere.

Es ist fast genau 35 Jahre her, dass ein amtlicher Brief die berufliche Karriere von Werner Engelmann aus Lahr zerstört hat. Als "Verfassungsfeind" wurde der angehende Lehrer vom weiteren Schuldienst ausgeschlossen. Grundlage war der Radikalenerlass, der 1972 beschlossen wurde. Kürzlich hat sich auch die Landesregierung mit dem Thema beschäftigt.

Werner Engelmann könnte man sich gut vorstellen als Lehrer, mit seinem halblangen, schütteren Haar und der runden Brille mit dem dünnen Rand. Er hatte nach seinem Abitur in Lahr an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg Mathematik und Deutsch auf Lehramt studiert und seine Lehramtsprüfung im November 1978 mit "gut" abgeschlossen. Der angehende Lehrer war zu dieser Zeit allerdings aktives Mitglied in der Deutschen Kommunistischen Partei. Er schrieb Leserbriefe, kandidierte bei Kommunalwahlen oder leitete ein Fußballturnier der Sozialistischen Deutschen ...

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