Der September steht in Rheinfelden im Zeichen der Orgel

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Mo, 06. September 2021

Rheinfelden

Die ersten Rheinfelder Orgelwochen finden mit fünf Konzerten vom 12. bis 26. September statt.

. Kirchenmusikdirektor Rainer Marbach legt mit den ersten Rheinfelder Orgelwochen ein Festival mit fünf Konzerten vom 12. bis 26. September auf, in denen die facettenreiche "Königin der Instrumente" beleuchtet wird.

Vier Konzerte finden in der Kirche St. Josef statt, deren Orgel der Firma Späth Orgelbaumeister Jens Steinhoff aus Schwörstadt 2013 renoviert hat und sich klanglich in neuem Glanz präsentiert. Da sie relativ selten in Konzerten erklingt, soll sie nun als Konzertinstrument gebührend zur Wirkung kommen. Dagegen wird die Rensch-Orgel in der Christuskirche bei den Marktmusiken regelmäßig außerhalb der Gottesdienste gespielt.

Die Idee, ökumenische Orgelwochen zu veranstalten, trägt Marbach schon länger mit sich herum. Da die Orgel zum Instrument des Jahres 2021 gekürt wurde, initiierte er mit Orgelbaumeister Steinhoff die Reihe. Mit seiner Idee rannte der Kantor "offene Türen ein", sowohl bei Pfarrer Andreas Brüstle von der katholischen Kirchengemeinde, als auch bei der evangelischen Kirchengemeinde, dem Förderkreis für Kirchenmusik und dem Kulturamt, die das Projekt unterstützen.

Pfarrer Brüstle und Orgelbaumeister Steinhoff begrüßen es, dass die Orgel von St. Josef konzertant groß herauskommt. "Wenn man so schöne Instrumente hat, muss man das unterstützen", sagt Kulturamtsleiter Dario Rago. Die Orgelwochen seien eine Bereicherung fürs Kulturprogramm in der Stadt und könnten, wenn es nach ihm ginge, jährlich stattfinden.

Marbach lud profilierte regionale und überregionale Orgelkünstler ein, die stilistisch breit gefächerte Programme mit Alter Musik, modernen Klängen und multikulturellen Einflüssen bringen. Den Auftakt macht am 12. September, 19 Uhr, die Rheinfelder Konzertorganistin Irmtraud Tarr mit barocken Stücken von Bach und Scheidt, die "Vater unser"-Sonate von Mendelssohn-Bartholdy und Tangos von Astor Piazzolla. Orgel und Schlagzeug ist die ungewöhnliche Kombination für den 15. September, 19 Uhr. Kirchenmusiker und Organist Ulrich Weissert (Davos) sowie Perkussionist und Vibraphonist Albrecht Volz (Leonberg) spannen unter dem Titel "Klang-Landschaften" einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis zu Werken von Gegenwartskomponisten.

Kinoflair kommt auf, wenn der Basler Organist Johannes Fankhauser am 19. September, 20 Uhr, live zum Stummfilm "Das Phantom der Oper" improvisiert. In dem Streifen von 1925 geht es um mysteriöse Geschehnisse um einen Maskierten und die Sängerin Christine. "So wie früher in den Kinos Pianisten zu Stummfilmen gespielt haben", beschreibt Marbach die Livemusik zu den Filmszenen.

Mit Martin Böcker (Stade) gastiert am 25. September, 19 Uhr, ein ausgewiesener Bach-Kenner in Rheinfelden. Der Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg stellt in seinem Recital Bachs norddeutschen Barock den französisch-romantischen Werken von César Franck und Louis Vierne gegenüber. "Die sinfonische Orgel in St. Josef ist prädestiniert für die französische Musik", freut sich Marbach auf den Abend.

Zum Abschluss geht es in die Christuskirche. Dort sind am 26. September, 17 Uhr, Organist Thilo Muster und Bläser Samuel Freiburghaus, der Taragot – einer orientalischen Schalmei – und Klarinetten spielt, zu erleben. Das Duo bringt Balkansound in eigenen Arrangements. Muster ist mit der Orgel der Christuskirche bestens vertraut, lernte er doch einst an diesem Instrument.

Um auch Kindern Einblick in das Geheimnis der Orgel zu bieten, will Marbach zum Start am 12. September, 11 Uhr, in der Christuskirche auf der Orgelempore einen "Orgelkoffer" aufklappen und erklären, wie der Orgelbau mit Pfeifen, Blasebalg und Registern funktioniert.

Rheinfelder Orgelwochen vom 12. bis 26. September. Eintritt frei, Kollekte.