Der Spiritus Rector hört auf

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Di, 29. Oktober 2019

Bad Bellingen

Hebelvogt Karl Mannhardt.

BAD BELLINGEN-HERTINGEN (fl). Seit 2004 hat Karl Mannhardt das Amt des Hebelvogtes ausgeübt. Doch nun, beim 109. Hebelschoppen am Sonntag, verkündete der 89-jährige Spiritus Rector der Hebelfreunde seinen Rücktritt – natürlich auf Alemannisch.

In seiner Abschiedsrede betonte er, der Hebelschoppen sei ein "kultureller Bestandteil der Gegend". Allen, die ihn auf seinem Weg während der vergangenen 14 Jahre unterstützt hatten, sprach er seinen Dank aus. Ein besonderer Dank gehe an Jürgen Wolff, der ihm stets organisatorisch unter die Arme gegriffen habe und ein wahrer "Frontchämpfer" in Sachen Hebelschoppen sei. Ein weiterer Dank gelte der evangelischen Kirchengemeinde für das Überlassen der Kirche für den Festakt sowie der Chorgemeinschaft Bad Bellingen und deren Leiter Günter Mayer für den musikalischen Rahmen. Auch danke er allen treuen Besuchern des Hebelschoppens sowie den Markgräfler Trachtengruppen.

Bad Bellingens Alt-Bürgermeister Eberhard Stotz dankte dem scheidenden Hebelvogt in einer bewegenden Laudatio. Er erinnerte daran, dass es Mannhardts Initiative gewesen sei, die den Hebelschoppen 2004 vor dem Untergang gerettet habe. Dabei zitierte er Worte aus Hebels Gedicht "Der Kreuzweg", mit dem Mannhardt seinerzeit die Gemüter aufgerüttelt habe. Der Hebelschoppen habe damals wirklich an einem Kreuzweg gestanden. Besonders die nicht immer leichte Suche nach Festrednern sei Mannhardt wichtig gewesen. Stets sei er bestrebt gewesen, das Gedenken an Hebel, dessen Werke und die Pflege der alemannischen Mundart lebendig zu erhalten. Mannhardt dürfe auf 16 erfolgreiche Hebelschoppen zurückblicken. Als Dank überreichte Stotz mit Hebelfreundin Christa Heimann ein Blumenpräsent. Hebelfreund Reinhard Geugelin sprach ein selbstverfasstes Gedicht auf den langjährigen Hebelvogt.

Bürgermeister Carsten Vogelpohl überreichte Mannhardt als Zeichen des Dankes der Gemeinde Bad Bellingen einen Geschenkkorb und ein Buchpräsent. Mannhardt hinterlasse eine große Lücke, doch mit Christa Heimann und Jürgen Wolff sei dafür gesorgt, dass es mit dem Hebelschoppen, den die Gemeinde auch künftig unterstützen werde, weitergehe. Mannhardt, sichtlich gerührt, dankte den Rednern und Wegbegleitern. Er sehe im Publikum viele junge Gesichter. Das sei ein gutes Zeichen, dass das Andenken an Hebel im Gedächtnis bleibe und das Alemannische auch künftig gepflegt werde.