Die Ära Wallaschek ist zu Ende

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Sa, 13. Juli 2019

Rickenbach

Der Ortsverband Hotzenwald von Bündnis 90/Die Grünen wird jetzt von Dirk Bürklin, Jürgen Haxel und Johannes Herrmann geleitet.

HERRISCHRIED. Eine Ära ist zu Ende. Iris Wallaschek, Gründungsmitglied und von Anfang an Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen auf dem Hotzenwald, hat von langer Hand ihren Abgang vorbereitet. Bei der Sitzung des Ortsverbandes gab sie nun am Donnerstag ihr Amt in jüngere Hände ab. Elmar Werner hatte sich schon vor einiger Zeit aus Altersgründen zurückgenommen. Die neue Dreierspitze besteht aus Jürgen Haxel, Johannes Herrmann und Dirk Bürklin.

Bürklin, Mitglied des Herrischrieder Gemeinderates, war bereits im Vorstand aktiv und wird dessen Kontinuität garantieren. Mit dem Görwihler Herrmann und dem Rickenbacher Haxel sind alle drei Gemeinden, die im Ortsverband zusammengeschlossen sind, im neuen Vorstand vertreten. Herrmann, der zur Zeit in England ist, hatte seine Bereitschaft, im Vorstand aktiv zu werden, schriftlich bekundet und die Ökologie als wichtigsten Auftrag an die Grünen formuliert. Haxel ergänzte, das Klima sei die zentrale Frage der Zukunft. Daher sollte man dringend darauf hinarbeiten, dass zukünftig jedes Projekt im Vorfeld auf seine Klimaverträglichkeit hin überprüft werden muss.

In ihrem Rückblick auf die Arbeit als Sprecherin des Ortsverbandes nannte Iris Wallaschek die Themen, die die Grünen immer wieder beschäftigt hatten, wie Tourismus, Waldwirtschaft, Asylfragen, der Hebammennotstand, die Windkraft, die schweizerischen Atomkraftwerke entlang der Rheinschiene oder die veränderte Schullandschaft. Schließlich erinnerte sie an die arbeitsintensiven und unerwartet erfolgreichen Kommunalwahlen sowie an den Mitgliederzuwachs in jüngster Zeit, der sich auch in der aktuell großen Runde widerspiegle, die in der Glaswerkstatt von Dirk Bürklin zusammen sitze. Uli Gottschalk attestierte ihr, stets das Zugpferd des Ortsverbandes gewesen zu sein, und sie versprach ihrerseits, auch ohne Funktion weiterhin ein aktives Mitglied dieses Ortsverbandes bleiben zu wollen.

Dass ihr Herz auch weiterhin für die Grünen dieses Ortsverbandes schlage, beteuerten auch die ausgeschiedenen Gemeinderäte Klaus Stöcklin aus Herrischried, Susanne Köstlin aus Görwihl sowie Ehrfried Mutter aus Rickenbach, und auch Peter Kermisch, der sich bei der aktuellen Kandidatur anders entschieden hatte, bleibt den Grünen vor Ort verbunden. Für ihre im Gemeinderat geleistete Arbeit bekamen sie jeweils ein mundgeblasenes grünes Glas überreicht.

In der Nachbesprechung der Kommunalwahlen betonte Iris Wallaschek das bis auf eine Ausnahme nahezu verdoppelte prozentuale Ergebnis in allen Teilen des Kreisverbandes. In Görwihl habe sich in den letzten beiden Wahlen die Ratszahl der Grünen jeweils sogar verdoppelt, so dass neben dem wiedergewählten Roland Muttter nun neu Beate Freitag, Wiltrud Jehle und Johannes Herrmann am Ratstisch sitzen und die drei großen Fraktionen also nahezu gleich stark vertreten sein werden. In Rickenbach setzen sich künftig Margrit Eckert-Schneider und Rainer Wehrle für die grünen Belange ein, und in Herrischried wurde Britta Kaiser neu in den Gemeinderat gewählt, Dirk Bürklin und Uli Gottschalk für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

Stöcklin gab zu bedenken, man sollte zukünftig noch intensiver auf eine volle Kandidatenliste hinarbeiten, um bei den ohne Vermerk abgegebenen Stimmzetteln keine Stimmen zu verschenken. Gottschalk hob den aus seiner Sicht beschämend geringen Frauenanteil unter den Kandidaten hervor. Bernd Wallaschek merkte an, im nächsten Wahlkampf hauptsächlich den langlebigeren aufgestellten großen Plakaten den Vorzug vor den kleinen aufgehängten geben zu wollen. Über die Arbeit des Kreisverbandes, dessen Schatzmeister er ist, informierte er, wobei er hervorhob, dass der Kreisverband bei den Mitgliederzahlen bald die 200er-Marke knacken werde, während deren Zahl in den Vorjahren immer zwischen 100 und 140 gelegen habe.