Neubau

Die Arbeiten an der neuen Staudinger-Schule beginnen

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Sa, 07. Dezember 2019

Freiburg

Das bescheidene kleine Werkstattgebäude auf dem Werkspielplatz der Staudinger Gesamtschule ist das erste Bauwerk, das im Zug der Gesamtsanierung erneuert wurde.

FREIBURG-HASLACH. Ein kleiner Schritt für einen Schulneubau, ein großer Schritt für die Identität und das Selbstverständnis einer lebendigen Schule: Das bescheidene kleine Werkstattgebäude auf dem Werkspielplatz der Staudinger Gesamtschule ist das erste Bauwerk, das im Zug der Gesamtsanierung erneuert wurde. Einst von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Sozialarbeitern und Lehrern gebaut, musste das Haus mit zehn Metern Kantenlänge um den großen Rundling, die so genannte Werkischnecke, um 90 Grad gedreht, das heißt: versetzt werden. Beim Vor-Ort-Termin gab’s einen Zwischenbericht zu diesem Auftakt.

Teil eins der 110 Millionen Euro-Baumaßnahme Staudinger Gesamtschule waren die vorbereitenden Arbeiten, erläutert Stefanie Baur, Projektleiterin vom Gebäudemanagement Freiburg (GMF), zum Beispiel Gewässerausbau und Leitungsverlegungen, auch eine Reihe von eingeschossigen Bungalows wurde abgerissen, die einst Hausmeisterwohnungen waren.

Und nun wurde das erste Gebäude dieses künftigen riesigen Gebäudekomplexes errichtet, zehn Meter Kantenlänge, zwei Stockwerke: die Werkstatt. Gebaut mit Holzständerwänden von der Zimmerei Grünspecht und in Sichtweite des fast gleich gebauten Originals. Das wird – wenn alles klappt – vor den Fasnetsferien in einer Schüleraktion ausgeräumt und ins neue Werkstatthaus übersiedelt.

Musiklehrer und Werkspielplatz-Betreuer Maik Oehm betont, wie sehr der Schulgemeinschaft daran gelegen war, diese zwar betagte und doch hochmoderne pädagogische Kostbarkeit in das neue Schuldesign zu übernehmen. Der Ort außerhalb des Schulhauses habe sich sehr bewährt. Und die einst in Eigenarbeit entstandenen Gebäude seien als Ergänzung zu dem kleinen Hüttendorf "Werkspielplatz" eine sehr wertvolle und wichtige Ergänzung. Das bestätigte Schulleiter Martin Baumgarten: "Der Werkspielplatz bietet elementare Erfahrungen, die unbedingt zu unserem Schulleben gehören."

Ursprünglich hatten GMF und die Planer vom Freiburger Architekturbüro Sacker Architekten gehofft, dass das kleine Ensemble von Werkstatt und Werkischnecke vom großen Neubau unberührt bleiben könne. Dann zeigte sich aber, so Architekt Christopher Höfler, dass das Werkstattgebäude zu nah am 1. Bauabschnitt stehen würde. Abreißen ohne Ersatz? Das wäre keine Lösung gewesen. Nun also steht das Werkstatthaus-Reloaded. "Ohne das hätten wir mit der großen Baumaßnahme nicht angefangen", so Andrea Katzer-Hug, Leiterin des GMF. Das ist, ergänzt Stefanie Baur, nur ein kleines Detail, an dem sichtbar wird, wie eng die Abstimmung mit allen Belangen der Schule und des Schulbetriebs sei. Die ganz großen Schritte liegen noch vor allen Beteiligten – auf kleinster Drehscheibe werden in den nächsten Jahren Neubauten, Bestand und Abrisse gedreht. Das Werkspielhaus wird alles vom Rande aus betrachten.