Flaniermeile

Die Basler Innenstadt soll für 16,5 Millionen Franken neu gestaltet werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Mai 2019 um 11:37 Uhr

Basel

In der Basler Innenstadt müssen in den kommenden Jahren Leitungen neu verlegt werden. Der Kanton will dabei die Fußgängerzone für 16,5 Millionen Franken zeitgemäß neu zu gestalten.

Genießen, flanieren, erleben, wohnen, arbeiten und verweilen: Die neue Gestaltung der Freien Straße, der Rüden-, der Streit-, der Kaufhaus- und der Barfüßergasse wird der Fußgängerzone gerecht. Für die Erneuerung der Freien Straße und der angrenzenden Gassen hat der Regierungsrat 15,6 Millionen Franken bewilligt. Anlass für die Umgestaltung ist die anstehende Sanierung der unterirdischen Leitungen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2020, wie das Bau- und Verkehrsdepartement in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Pro Basel Innerstadt verkündete.

In den kommenden Jahren müssen in der Freien Straße, der Rüden-, der Streit-, der Kaufhaus- und der Barfüßergasse Energie-, Wasser- und Telekomleitungen sowie die öffentliche Beleuchtung erneuert werden. Der Kanton Basel-Stadt nutzt die Gelegenheit, um die Freie Straße und die angrenzenden Gassen zeitgemäß und attraktiv zu gestalten. Es entsteht eine Fußgängerzone zum Flanieren, Genießen, Erleben, Wohnen, Arbeiten und Verweilen.

Basels neue Flaniermeile(n)

Aus der Freien Straße, der Streit- und Rüdengasse entsteht eine großzügige Flaniermeile: Die Trottoirränder fallen weg. Durchgehende Platten aus Quarzsandstein laden ein zum ungehinderten Schlendern auf der ganzen Straßenbreite. Straße und Gassen bilden künftig eine optische Einheit und stärken so die Identität der Basler Innenstadt. Platten aus Quarzsandstein liegen bereits in der Greifengasse und der unteren Gerbergasse und sollen später in weiteren wichtigen Achsen wie der Falknerstraße und der Clarastraße zum Einsatz kommen. Die großzügigen Flächen können auf ganz unterschiedliche Weise genutzt werden, sei es für Straßencafés, für das tägliche Anliefern von Waren oder für Veranstaltungen wie die Fasnacht. Durch die offene Gestaltung können auch künftige Generationen die Freie Straße, die Streit- und die Rüdengasse ganz nach ihren Bedürfnissen nutzen.

Dreizackbrunnen und Platzbaum setzen Akzente

Der Dreizackbrunnen am Fuße des Münsterbergs wird in Anlehnung an seine historische Position um wenige Meter in Richtung Freie Straße versetzt. Er wird dadurch aus allen Richtungen von Weitem sichtbar und zum Mittelpunkt der dortigen Verbreiterung der Freien Straße. Der Baumstandort bei der Bäumleingasse wird neu weiter in Richtung Freie Straße verlegt und rückt damit in eine prominentere Position - er wird vom "Straßen"- zum "Platzbaum". Eine Rundbank um den Baum bietet künftig die Möglichkeit, innezuhalten und im Sommer an einem Schattenplatz zu verweilen. Auch in Zukunft ermöglichen es flexible Stühle in der Freien Straße, eine Pause einzulegen. Für eine möglichst große Flexibilität bei der Anlieferung von Waren und bei Veranstaltungen wird auf fix montierte Bänke verzichtet. In der unteren Freie Straße bei der Rüdengasse bietet künftig ein neuer Trinkbrunnen Erfrischung. Veloabstellplätze werden in der Freien Straße und den angrenzenden Seitengassen weiterhin angeboten.

Die historische Anbindung: Kaufhausgasse und Barfüßergasse

In der Kaufhausgasse und im oberen Teil der Barfüßergasse werden die Straßenränder, wie beim Münsterberg oder der Rittergasse, mit geschliffenen Rheinwacken gepflästert. Die Trottoirränder fallen weg. In der Straßenmitte bleibt ein Asphaltband bestehen. Durch die einheitliche Gestaltung der Basler Gassen wird die Verbindung von Barfüßerkirche und Münster über die Kaufhausgasse, die Barfüßergasse und den Münsterberg sichtbar. Der untere Teil der Barfüßergasse erhält eine durchgehende Pflästerung, um den historischen Charme der Barfüßerkirche besser zu betonen.

Für die Erneuerung der Freien Straße sowie der Rüden-, Streit-, Kaufhaus- und Barfüßergasse hat der Regierungsrat 15,6 Millionen Franken bewilligt. Der Große Rat hat dem Gestaltungskonzept Innenstadt 2015 zugestimmt und mit einer Rahmenausgabebewilligung in der Höhe von 24,5 Millionen Franken für diverse Vorhaben in der Innenstadt bereits die für die Umgestaltung notwendigen Mittel gesprochen. Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen. Sie werden in mehreren Etappen vorgenommen, die sich über drei Jahre verteilen. So werden die Geschäfte möglichst wenig beeinträchtigt. Das Bau- und Verkehrsdepartement steht bezüglich Detailplanung der Bauarbeiten im Austausch mit Pro Innerstadt Basel und den Geschäften. Im Zuge der Arbeiten wird auch die bereits vom Großen Rat beschlossene Polleranlage oben an der Freien Straße realisiert.