Wegen Coronavirus

Die Büchertauschschränke in Lörrach sind außer Betrieb

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Do, 26. März 2020 um 08:05 Uhr

Lörrach

Die Bürgerstiftung hat ihre öffentlichen Bücherschränke in Lörrach zugesperrt. Damit will man verhindern, dass Coronaviren weitergegeben werden.

Die drei öffentlichen Bücherschränke der Bürgerstiftung sind zugesperrt. Die Bücherschränke auf dem Senigallia-Platz, an der Hauptstraße in Stetten und vor dem Primacasa-Biomarkt an der Mühlestraße in Tumringen haben normalerweise Wände aus Glas und geben schon von weitem Einblicke in ihr Inneres. Wie gefüllt sie gerade sind, kann man derzeit nicht mehr erkennen. In Zeiten des Ausnahmezustands wegen des Coronavirus wurden nämlich jeweils alle vier Seiten großflächig mit dunkelbraunem Furnierplatten verrammelt.

Aus den Schränken kann sich zu Normalzeiten jeder Bücher herausnehmen oder/und andere hineinstellen. Doch normal ist dieser Tage überhaupt nichts mehr. Das Landratsamt habe sie angewiesen, dass die Bücherschränke gesperrt werden müssen, erzählt Ute Lusche und äußert Verständnis: "Der Austausch der Bücher von Hand zu Hand birgt Gefahren, auch das Virus weiterzugeben." Eigentlich wollte sich die Vorsitzende der Bürgerstiftung, welche die für alle unentgeltlich nutzbaren Schränke initiiert hatte, in der vergangenen Woche mit den Patinnen und Paten treffen, die sich regelmäßig um die Pflege kümmern.

Im Frühjahr gab es Probleme

Dazu zählen die Leute von der derzeit ebenso geschlossenen Buchschachtel am Bahnhof in Haagen. Gute Bücher, die dort mehrfach vorhanden sind, werden über die gläsernen Schränke Lesern zur Verfügung gestellt. Und wenn sie allzu voll sind, wird Überzähliges herausgeholt. Die beiden Institutionen kooperieren bestens. Nun will man gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die Nutzerinnen und Nutzer wieder besser mitziehen und Paten sich kümmern. Anfang des Jahres waren vor allem im Stettener Schrank Probleme aufgetreten. Er wurde oft heillos vollgestopft.

Pläne liegen auf Eis

"Viele Dinge hatten wir vor", berichtet Ute Lusche. "Zum Beispiel wollten wir bei unserem Treffen Wochenpläne für die Paten aufstellen, wer an welchen Tagen auf was achten muss oder wie man die Bücher entsorgt, die nicht in die Bücherschränke gehören, etwa schmutzige, kaputte oder Bücher, die bestimmt keiner liest." Die Pläne liegen nun bis auf Weiteres auf Eis.