Baden-württembergisches Kreditinstitut

Die BW-Bank schließt 41 Filialen

dpa,bkr

Von dpa & Bernd Kramer

Mo, 26. April 2021 um 18:42 Uhr

Wirtschaft

Von 100 Zweigstellen der BW-Bank sollen noch 59 bestehen bleiben. Die südbadischen Standorte in Freiburg, Lörrach und Villingen-Schwenningen sind von den Schließungen nicht betroffen.

Die BW-Bank setzt den Rotstift an und will 41 Filialen dauerhaft schließen. Von derzeit 100 Zweigstellen sollen bis Ende 2022 59 übrig bleiben, wie Andreas Götz, der LBBW-Generalbevollmächtigte für das Privatkundengeschäft, am Montag mitteilte. Sehr viele Kunden nutzten auch ohne stationäre Filiale gerne und problemlos den Service und die Beratungsleistungen. Die Zahl der Filialbesuche sei rückläufig. Ein Hauptgrund sei noch der Gang zum Geldautomaten. Immer mehr Gespräche würden telefonisch, per Chat oder Videokonferenz abgehalten.

Donaueschinger Filiale bleibt zu

Die BW-Bank-Filialen in Freiburg, Lörrach und Villingen-Schwenningen sind nach Angaben des Kreditinstituts von den Schließungen nicht betroffen.Der Standort Donaueschingen, ohnehin wegen Corona zu, wird nicht mehr wiedereröffnet.

Mit dem Umbau reagiert die BW-Bank auch auf steigenden Kostendruck. Aktuell zähle der Privatkundenvertrieb 1000 Mitarbeiter, sagte Götz. Nach dem Umbau solle er noch 900 Beschäftigte umfassen. Die BW-Bank ist eine Tochter der größten deutschen Landesbank. Die LBBW hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass bis 2024 die Verwaltungsaufwendungen gegenüber 2019 um 100 Millionen Euro sinken sollen – und dafür auch 700 Stellen gestrichen werden. Dazu liefen derzeit Gespräche mit dem Personalrat, hatte Vorstandschef Rainer Neske erklärt. Der Abbau solle sozialverträglich erfolgen.

"Wir erwarten daher von der Bank jetzt einen klaren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen." Christian Miska

Verdi-Gewerkschaftssekretär Christian Miska sagte, die Nachricht von Filialschließungen sei nicht gänzlich überraschend gekommen, die Dimension übertreffe die Befürchtungen aber deutlich. "Fingerspitzengefühl bei Personalfragen sollte daher jetzt oberstes Gebot sein. Wir erwarten daher von der Bank jetzt einen klaren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen."

Götz sagte, aktuell seien von der BW-Bank 70 Filialen geöffnet. 30 Filialen seien corona-bedingt geschlossen. Künftig hat die Bank dann nur noch 59 Filialen und zusätzlich etwa 100 SB-Service-Center und Geldautomatenstandorte. "Betriebswirtschaftlich können wir es uns zudem nicht erlauben, Filialen dauerhaft aufrechtzuerhalten, wenn sie sich nicht rechnen."

70 Beschäftigte sollen in die Onlineberatung

Zugleich kündigte die Bank an, eine Onlineberatung aufbauen zu wollen. 70 Beschäftigte aus den Filialen sollen dorthin wechseln.Rund die Hälfte der 600 000 BW-Bank-Privatkunden nutzt nach Angaben von LBBW-Manager Götz aktiv das Onlinebanking.