Short Track und Marathon

Die deutsche Meisterschaft der Mountainbiker findet im Jahr 2022 rund um die Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt statt

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Do, 26. März 2020 um 17:28 Uhr

Mountainbike

Die Mountainbiker ermitteln im Jahr 2022 in den Disziplinen Short Track und Marathon rund im die Hochfirstschanze im Hochschwarzwald ihre nationalen Meister.

Der Wunsch war bekannt: Die Organisatoren der Cross-Country-Bundesliga in Titisee-Neustadt wollten ihre Mountainbike-Veranstaltung irgendwann in naher Zukunft um nationale Titelrennen erweitern. Aus dem Wunsch ist nun Realität geworden, denn neben der Unterstützung der Stadt liegt mittlerweile auch die schriftliche Zusage des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR) vor. Der Vertrag wird gerade ausgearbeitet und soll baldmöglichst unterzeichnet werden. In zwei Jahren, 2022, werden unterhalb des Hochfirsts die deutschen Meister im Short Track und zwei Tage später die nationalen Champions auf der Marathonstrecke ermittelt. "Wir haben lange auf die Antwort hingefiebert. Ich freue mich riesig über die Chance, dass die Stadt Titisee-Neustadt, der RSV Hochschwarzwald und die Region sich bei der DM präsentieren können", sagt Simon Stiebjahn.

"Jetzt können wir

die Veranstaltung

weiterentwickeln.

Simon Stiebjahn zum Ersten
Der Mountainbikeprofi aus Langenordnach ist ein Alleskönner: Er beherrscht als Athlet alle Distanzen von Short Track bis Marathon und tut sich seit Jahren in der Region auch als Organisator des Bundesligarennens sowie des Schwarzwälder MTB-Cups, einer Rennserie für den Nachwuchs, hervor. Er hat verlässliche Mitstreiter an seiner Seite: Die Agentur SMT Sport&Events, die er mit dem Freiburger Markus Bauer gegründet hat sowie den RSV Hochschwarzwald, dessen Vorsitzender Stiebjahn ist. 18 Leute umfasst das Organisations-Team. Nach einem ausgiebigen und intensiven Trainings-Dreierblock hat der 29-Jährige am Ruhetag Zeit zum Reden: "Wir haben den Singer Wäldercup fünfmal ausgerichtet. Wir haben ein paar Experimente gemacht, jetzt nach der Zusage des BDR können wir die Veranstaltung weiterentwickeln, deshalb haben wir ein Drei-Jahres-Konzept bis zur DM erarbeitet", erzählt Stiebjahn.

Die Bewerbung beim nationalen Radsport-Verband erfolgte im vorigen Jahr, anschließend warb Stiebjahn im Gemeinderat von Titisee-Neustadt um finanzielle Unterstützung, die am 19. November in öffentlicher Sitzung einstimmig gewährt wurde: 25 000 Euro für drei Jahre. "Ich freue mich, dass die Stadt dem Projekt eine Chance gibt und uns unterstützt. Eine deutsche Meisterschaft über drei Tage hier im Hochschwarzwald bringt auch der Stadt etwas", sagt Stiebjahn.

Das Konzept sieht vor, dass dieses Jahr am 25. und 26. Juli an der Hochfirstschanze noch einmal am Samstag ein Cross-Country-Bundesligarennen und der Schwarzwälder MTB-Cup ausgetragen werden, am Sonntag beim Trail Hype können 20, 30 und 60 Kilometer zurückgelegt werden. 2021 wird es kein Cross-Country-Rennen mehr geben, sondern die Veranstaltung soll als Testlauf für die deutsche Meisterschaft genutzt werden. Am Samstagabend soll unter Flutlicht der internationale Short Track ausgetragen werden. Im Unterschied zu Sprintrennen, die in verschiedenen Läufen (Heats) entschieden werden, gibt es im Short Track einen Massenstart. Auf einem Rundkurs von einem Kilometer Länge, der sehr gut einsehbar ist, duelliert sich eine limitierte Anzahl von Startern über eine Renndauer von 20 bis 25 Minuten. "Diese Rennen sind kurzweiliger als Sprints, in rund einer Stunde gehen beim Short Track beide Entscheidungen bei den Männern und Frauen über die Bühne", sagt Stiebjahn. Am Sonntag folgt der Marathon. Da bei der deutschen Meisterschaft eine Renndauer von rund vier Stunden angestrebt wird, sind Stiebjahn und seine Helfer derzeit im Austausch mit der Stadt, wie man die bestehende 30-Kilometer-Runde auf 40 bis 45 Kilometer am Hochfirst ausdehnen könnte. So käme man bei der Marathon-DM bei zwei Runden auf 80 bis 90 Kilometer mit respektablen 3000 Höhenmetern. Wunschtermin für die Meisterschaft im Jahr 2022 ist das Wochenende vom 30. September bis 2. Oktober. Der Short Track soll am Freitagabend ausgefahren werden, am Samstag ist der Nachwuchs beim Schwarzwälder MTB-Cup am Start und am Sonntag fällt die Entscheidung auf der Marathondistanz. "Wenn der Short Track am Freitag ist und der Marathon am Sonntag ausgefahren werden, kann man als Athlet beide Rennen bestreiten. Der Short Track wird dann als Vorbelastung mitgenommen", sagt Stiebjahn.

"Wir wollen den Sport mit

Kulturangeboten verbinden".

Simon Stiebjahn zum Zweiten
Wichtig ist ihm und seinem Team, dass das Wochenende nicht nur auf den Sport beschränkt bleiben soll. "Wir wollen das Sportliche mit einem kulturellen Programm verknüpfen, man könnte Neustadt hock und rockt integrieren", sagt Stiebjahn, zudem soll eine große Messe Einblicke in die Entwicklungen im Mountainbikebereich geben. Stiebjahn wäre nicht Stiebjahn, wenn er sich trotz der vielfältigen Organisationsaufgaben und des ganzen Vorstart-Stresses nicht selbst im Meisterschaftsfeld hinter der Startlinie aufstellen würde. Der Hochfirst, das ist sein Revier. Da kennt er jede Passage, jede noch so tückische Stelle. Nichts wäre für ihn schöner, als bei der Heim-DM eine Medaille einzufahren. "Ich habe schon immer von einer Heim-DM geträumt", sagt Stiebjahn, "eine Medaille zu gewinnen, wäre natürlich die Krönung".