Die Erstretter im abgelegenen Tal

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Von sw

Di, 18. Februar 2020

Schuttertal

Die Helfer-vor-Ort-Gruppe Schuttertal hat ihren 500. Einsatz gehabt.

SCHUTTERTAL (BZ). "Einsatzalarm HvO Schuttertal" steht auf dem Melder, und die Meldung trägt die Nummer 500: Dieser Tage hatten die Helfer der Schuttertaler Vor-Ort-Gruppe (HvO) den 500. Einsatz seit ihrem ersten am 1. Juli 2011. Die Helfer-vor-Ort entsenden Helfer zu Notfällen, die im abgelegenen Tal als erste an Ort und Stelle sein können, bis der Rettungswagen kommt.

An diesem Tag, kurz nach sechs Uhr morgens, macht das Piepsen des Melders den Helfer zum 500. Mal Beine. Einen Schichtplan gibt es nicht, so geht einfach der, der kann. Daniel Fehrenbach und Walter Schmidt setzen sich an diesem Tag schnell und ausgerüstet mit einer Notfalltasche in ihren Privat-Pkw und fahren zur Einsatzstelle, nachdem zuvor die Rettungsleitstelle in Offenburg über die Anfahrt der Helfer informiert wurde. Der Patient hat starkes Nasenbluten und nimmt Medikamente zur Blutverdünnung.

Die beiden Sanitäter beginnen die Erstversorgung, legen dem Mann erst einen Eisbeutel in den Nacken, der eine weitere Blutung verhindern soll, und beruhigen ihn. Mit einem Pulsoximeter an seinem Finger messen sie die Pulsfrequenz und die Sauerstoffsättigung des Blutes. Sie messen den Blutdruck und ermitteln den Blutzuckerwert. Ein Verbandspäckchen unter der Nase ersetzt sein bisher verwendetes Geschirrtuch.

Nun kommt auch der Rettungswagen aus Ettenheim, die Zwei der HvO weisen ihn über Funk ein, weil das Haus im Außenbereich Schuttertals liegt. Nach kurzer Versorgung durch die hauptamtlichen Retter startet der Wagen in Richtung Klinikum Lahr. Für die zwei Ersthelfer bleibt nun noch, den Angehörigen die Telefonnummer des Krankenhauses zu geben. Auch die Betreuung der Angehörigen zählt mit zu den Aufgaben, der Gruppe, die dem DRK angegliedert ist.

Alleine 2019 waren die HvO bei 85 Einsätzen etwa 210 Stunden unterwegs und kümmerten sich um 150 Personen. Jetzt hatten sie ihren 500. Einsatz im Tal.