Trauer

Die Freiburger Gastwirt-Legende Rudi Kuhni ist tot

Bernhard Amelung, bz

Von Bernhard Amelung & BZ-Redaktion

Mo, 30. November 2020 um 16:51 Uhr

Gastronomie

Er war Freiburgs dienstältester Wirt. Fast 50 Jahre führte Rudi Kuhni die Mösle-Stube an der Schwarzwaldstraße. Nun ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

Sein größter Traum war, einmal eine eigene Kneipe zu führen. Das erzählte Rudi Kuhni noch im Januar dieses Jahres im Gespräch mit dieser Zeitung. Der gebürtige Freiburger hat ihn sich selbst verwirklicht. Fast fünfzig Jahre lebte er ihn als Wirt der Möslestube an der Schwarzwaldstraße.

Die Mösle-Stube war ein Kultort, der seit seiner Eröffnung 1970 alle Menschen anzog, Studierende genauso wie den Sekretär des Papstes Benedikt XVI. Eine Institution, die bis zu ihrer Schließung im Juli dieses Jahres eine ganz spezielle Atmosphäre versprühte.

Ins Mösle-Stüble ging man vor allem wegen Kuhni selbst

Dunkel und verwinkelt war der Gastraum, vollgestellt mit Gegenständen, die Kuhni sammelte. Miniatur-Schnapsflaschen, Blechschilder, Stofftiere, Hirschgeweihe, Wagenräder, Wimpel, Militärmützen und Modellautos. Den Tresen, hinter dem er an jedem Abend stand, hatte er selbst gezimmert. Orte wie die Mösle-Stube sind selten geworden.



Die Gäste kamen aber vor allem wegen Kuhni selbst, der am 9. Februar 1931 in Freiburg geboren wurde. Ein waschechtes Bobbele. Die Mösle-Stube sei "sein Wohnzimmer", sagte er. Keine Floskel. Noch bis Anfang dieses Jahres wohnte Kuhni im Hinterzimmer seiner Kneipe.

Rudi Kuhni wurde 89 Jahre alt

Für seine Gäste öffnete er den Gastraum jeden Tag ab 18 Uhr. Außer an Tagen, an denen der SC Freiburg zuhause im Schwarzwaldstadion spielte. Er mochte das "betrunkene Volk" nicht, wie er stets sagte.

Sein Leben vor der Mösle-Stube ist schnell erzählt. Ausbildung zum Elektriker, zehn Jahre bei Siemens, sechs Jahre bei der Stadt Freiburg, Messtechniker, Mechaniker, Rivella-Vertreter, Gastwirt in einem Einkaufszentrum in Gundelfingen. Sein Leben nach der Mösle-Stube? Daran glaube er nicht, sagte er im Januar dieses Jahres: "Hä nai".

Am 25. November 2020 ist Rudi Kuhni gestorben. "Traurig nehmen wir Abschied von unserem Vater, Opa und Uropa", ist auf der Traueranzeige zu lesen. Er wurde 89 Jahre alt.



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