Erfolgreiche Einsprüche

Die Friedhofs-Rehe aus Riehen dürfen vorerst weiterleben

sda

Von sda

Fr, 22. Mai 2020 um 15:53 Uhr

Riehen

Weil der Bestand von 15 auf 25 angewachsen ist, sollten einige der Rehe geschossen werden. Dagegen regte sich in der ganzen Schweiz Widerstand, denn die tierischen Friedhofsbewohner sind beliebt.

Die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli dürfen vorerst nicht abgeschossen werden. Dies gab die dem Tierschutz verpflichtete Fondation Franz Weber in einer Mitteilung bekannt, in der sie von einem ersten Etappensieg für die Rehe sprach. Definitiv gerettet sind diese indes nicht.

Seit Jahrzehnten leben auf dem größten Friedhof der Schweiz Rehe. Weil deren Bestand in den letzten Jahren von 15 auf rund 25 Tiere angewachsen ist, will ihn die für das "Hörnli" zuständige Basler Stadtgärtnerei dezimieren. Dafür braucht es eine Abschussbewilligung des Justiz- und Sicherheitsdepartement. Seit die Abschusspläne bekannt sind, gehen die Emotionen weit über den Stadtkanton hinaus hoch. Tierschützer meldeten sich empört zu Wort, eine Petition wurde lanciert, und auch die Fondation Franz Weber, und Helvetia Nostra schalteten sich ein, um die Rehe zu retten.

Abschusspläne sind auf Eis gelegt

An Himmelfahrt vermeldete die Fondation Franz Weber einen Erfolg ihres Einspruches gegen die am 12. Mai von der Polizei erteilte Bewilligung zur Reduktion des Rehbestands auf dem Friedhof Hörnli. Laut der Stiftung hat das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement die Abschussbewilligung die Abschusspläne bis zum 20. Juni auf Eis gelegt. Nach Ansicht der Stiftung soll nun im Rahmen der nötigen rechtlichen Auseinandersetzung auch dringend ein "effektives Wildtiermanagement" entwickelt wird.

Rehe leben schon seit dessen Eröffnung 1934 auf dem Friedhof Hörnli. 2015 bezifferte die Regierung in ihrer Antwort auf einen Vorstoß aus dem Parlament den durch die Rehe an Pflanzen angerichteten Schaden auf 19.000 Franken. Inzwischen ist von Gesamtkosten von 100.000 Franken die Rede. Wie die Regierung vor fünf Jahren befand, sieht die kantonale Jagdordnung für den Friedhof Hörnli kein generelles Jagdverbot vor. Ein Abschuss war aber damals kein Thema. Die Akzeptanz und die Sympathie, welche die Rehe bei der Bevölkerung genießen, hätten für die Regierung einen "hohen Stellenwert", hieß es 2015.