Die IFG-Days in Freiburg

Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

Sa, 01. Oktober 2022

Freiburg

Zwei Tage Talk und Vorträge rund um die Informationsfreiheit.

Daten sollen keine Schätze sein, die Verwaltungen im Keller horten – die Bürger sollen freien Zugriff darauf haben im Sinne eines besseren Gemeinwesens. So könnte man den Kerngedanken der Informationsfreiheit beschreiben, und um die drehen sich die IFG-Days des Landesdatenschutzbeauftragten, die am 6. und 7. Oktober zum dritten Mal stattfinden – diesmal in Freiburg im historischen Kaufhaus. "Die IFG Days sind in Baden-Württemberg die zentrale Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung der Informationsfreiheit", sagt der Datenschutzbeauftragte Stefan Brink.

Am ersten Tag des Kongresses wird die SPD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Saskia Esken mit Brink darüber sprechen, welche Chancen die Digitalisierung dabei bietet, die Bürger niederschwellig an amtliche Informationen kommen zu lassen. Danach diskutieren Brink, Freiburgs OB Martin Horn, Felix Reda von der Gesellschaft für Freiheitsrechte, Monika Heyder vom Städtenetzwerk ICLEI und ein Vertreter des Chaos Computer Club Freiburg. Titel: "Was bedeutet Transparenz? Für die Verwaltung, für die Bürger_innen, für Baden-Württemberg und für Europa"?

Online soll sich am Abend des ersten Tages mit Francesca Bria eine von Europas bekanntesten Digital-Vordenkerinnen auf die Bildschirme schalten. Die Italienerin hat als Digitalchefin von Barcelona die katalanische Stadt ein ganzes Stück umgekrempelt, heute ist sie Honorarprofessorin am University College London und Gründerin des sogenannten Decode-Projekts – einer Initiative zur Rückgewinnung der Datenhoheit der Bürger. Bria wird ihren Vortrag auf Englisch halten.

Der zweite IFG-Tag wird mit Workshops bestritten. Beispiele: Ivan Acimovic von Freiburgs Amt für Digitales und IT präsentiert das städtische Projekt "Daten:Raum:Freiburg", Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik berichtet über die "Zukunftsstadt und urbane Transformationen – wie sich unsere Städte verändern". Marian Schreier will als Bürgermeister der Stadt Tengen zeige, wie kommunales Open Government gelingen kann, Felix Reda von der Gesellschaft für Freiheitsrechte hängt die Frage "Was bedeutet Kommunikationsfreiheit" am umstrittenen "Uploadfilter" auf. Schließlich stellt der Datenschutzbeauftragte Stefan Brink seinen Vorschlag für ein Transparenzgesetz vor. Am Schluss spricht Brink mit dem grünen Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel über das Thema Transparenz mit anschließender Fragerunde.

IFG Days: Transparenz für Stadt und Land schaffen, mit Informationsfreiheit Baden-Württemberg gestalten. Donnerstag, 6. Oktober, ab 17.30 Uhr und Freitag, 7. Oktober, von 9 bis 18.30 Uhr im Historischen Kaufhaus, Münsterplatz 24, und online. Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich. Info im Netz unter mehr.bz/ifg-days