Fragen & Antworten

Die Karte ist der Deutschen liebstes Zahlungsmittel

Stefan Mertlik

Von Stefan Mertlik

Fr, 05. August 2022 um 13:30 Uhr

Wirtschaft

Kredit- und Debitkarten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Wer sie kennt, kann Geld sparen. Die Karten bieten viele Möglichkeiten, die ihren Inhabern oft unbekannt sind.

Rund 5,9 Milliarden Käufe haben Deutsche 2021 mit ihren Bankkarten bezahlt – so viele wie in keinem Jahr zuvor. Das geht aus einer Statistik der Euro-Kartensysteme hervor. Die Plastikkarten haben sich als eines der wichtigsten Zahlungsmittel im Land durchgesetzt. Laut Bundesbank besitzen 95 Prozent der Deutschen mindestens eine Bankkarte. Doch welche Unterschiede gibt es zwischen Bank- und Kreditkarte? Und was kann mit ihnen noch getan werden, außer im Supermarkt nebenan einzukaufen?

Was ist eine Kreditkarte?
Bei Kreditkarten werden Zahlungen gebündelt einmal monatlich abgerechnet. In der Regel gibt die Bank einen Belastungsrahmen vor, der innerhalb eines Zeitraums nicht überschritten werden darf – zum Beispiel 2000 Euro pro Monat. Ist dieser erreicht, kann mit der Kreditkarte nicht mehr bezahlt werden. Kreditkarten werden im Ausland häufiger akzeptiert als Debitkarten. Zudem können mit Kreditkarten Kautionen hinterlegt werden – zum Beispiel bei der Hotelbuchung oder dem Mieten eines Autos. In der Regel kostet es extra, wenn Kreditkarten ausgestellt werden. Wer Geld sparen möchte, sollte deshalb Angebote von verschiedenen Anbietern vergleichen.

Was ist eine Debitkarte?
Debit ist das englische Wort für Lastschrift. Debitkarten werden auch Bankkarten oder Girocards genannt. Viele Banken vergeben Debitkarten kostenlos zum Girokonto – bei einigen fallen aber auch Gebühren an. Zahlungen mit einer Debitkarte werden direkt von dem zugeordneten Konto abgebucht. Die Verbraucherzentrale NRW sieht darin den Vorteil einer besseren Kostenkontrolle. Wenn der Karteninhaber mit der Bank einen Kreditrahmen vereinbart hat, können auch Beträge bezahlt werden, die nicht vom vorhandenen Guthaben gedeckt werden. Auch Visa oder Mastercard bieten eigene Debitkarten an.

Was ist eine EC-Karte?
EC steht für "electronic cash" und war bis 2007 das Debitkartensystem der Deutschen Kreditwirtschaft. Die EC-Karte wurde danach durch die jetzige Bankkarte abgelöst. Der Name hat sich aber bis heute gehalten und bedeutet für viele Nutzer nach wie vor das Gleiche wie Debitkarte.

Kann man mit Debitkarten im Ausland bezahlen und Geld abheben?
Ja, dafür muss die Debitkarte diese Funktion aber auch haben. Zu erkennen, ist sie zum Beispiel an den Maestro-Symbolen auf den Bankkarten der Sparkasse und V-Pay-Symbolen auf den Bankkarten der Volksbank. Maestro ist ein internationaler Dienst von Mastercard, der weltweit genutzt werden kann. Visa hat mit V-Pay ein ähnliches System eingeführt, das aber nur innerhalb der EU und in einigen weiteren Ländern funktioniert. In den USA und in Asien geht V-Pay jedoch nicht. Lange wird es beide Dienste aber nicht mehr geben. Mastercard und Visa möchten die Services im Juli 2023 beenden.

Was ist kontaktloses Bezahlen?
Viele Kredit- und Debitkarten sind mit einem Chip ausgestattet, der sich über wenige Zentimeter Luftweg mit dem Bezahlterminal verbindet. So ist schnelles Bezahlen möglich, ohne PIN-Eingabe und ohne die Karte in ein Gerät stecken zu müssen. Spätestens nach fünf Transaktionen oder nach einer bezahlten Gesamtsumme von bis zu 150 Euro muss allerdings die PIN eingegeben werden. Ob eine Karte über diese Funktion auch verfügt, verrät ein auf der Vorderseite abgebildetes Symbol mit vier gekrümmten Wellen.