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Feinstaub und Stickstoffdioxid

Die Luft in den Städten in Baden-Württemberg ist sauberer geworden

Otto Schnekenburger
  • & dpa

  • Do, 13. Januar 2022, 21:27 Uhr
    Südwest

     

Sogar der frühere Hotspot Freiburg liegt weiter unter dem Grenzwert: Die Belastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub ist in Baden-Württemberg rückläufig. Nur Ludwigsburg hat noch Nachholbedarf.

Die Belastung durch Autoabgase hat 2021 abgenommen.  | Foto: Frank Rumpenhorst
Die Belastung durch Autoabgase hat 2021 abgenommen. Foto: Frank Rumpenhorst
Die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub in baden-württembergischen Städten ist im vergangenen Jahr gesunken. Laut vorläufiger Auswertung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist die Luftqualität in allen größeren Städten deutlich besser geworden. Die Präsidentin der Landesanstalt, Eva Bell, erklärte am Mittwoch, nicht nur in Stuttgart sei die Luft sauberer geworden. "An den bisher hochbelasteten Bereichen Reutlingen, Mannheim und Heilbronn sind die Konzentrationen von Stickstoffdioxid im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen und liegen nun deutlich unter dem Grenzwert."

An der Messstelle an der Schwarzwaldstraße in Freiburg, die zuletzt 2018 mit einem Wert von 50 Mikrogramm deutlich über dem Grenzwert für Stickstoffdioxid (40 Mikrogramm pro Kubikmeter) lag, blieb der Wert von 2021 gegenüber dem Vorjahr mit erneut 30 Mikrogramm pro Kubikmeter konstant. Er befindet sich damit das dritte Jahr in Folge (2019 wurden an der Schwarzwaldstraße 36 Mikrogramm gemessen) unter dem Grenzwert. In den Jahren 2012 bis 2014 waren die Stickstoffdioxid-Werte (65, 65 und 62 Mikrogramm) mehr als das doppelt so hoch gewesen.

Einen noch wesentlich geringeren Wert weist die Messstation in Weil am Rhein mit 13 Mikrogramm auf. Im Gegensatz zur Messstation an der Schwarzwaldstraße, die als "Verkehrsmessstation" bewusst an einer verkehrsreichen Straße misst, handelt es sich bei der Weiler Station "Im Zwölfthauen" um eine Hintergrundmessstation in einem Wohngebiet, so Tatjana Erkert, Pressesprecherin der Landesanstalt für Umwelt. Nachdem dort bereits vor Jahren der Grenzwert unterschritten wurde, sei zuletzt an den Stationen in Offenburg und Lahr nicht mehr gemessen worden.

Der einzige Hotspot im Land, an dem der Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter 2021 überschritten wurde, bleibt die Schlossstraße in Ludwigsburg. Dort ist die Luft um vier Mikrogramm Stickstoffdioxid stärker belastet als erlaubt. Noch 2020 wurde der Grenzwert auch an der Stuttgarter Talstraße und der Pragstraße überschritten. 2021 lagen die Werte dort mit 39 und 38 Mikrogramm unter diesem Wert.

Der Erfolg ist nach Einschätzung von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) auf zahlreiche Maßnahmen zur Luftreinhaltung zurückzuführen. "Insbesondere die partiellen Verkehrsverbote für ältere Dieselfahrzeuge ohne moderne, funktionierende Abgasreinigung, haben die Erneuerung der Fahrzeugflotte vorangetrieben", teilte der Grünen-Politiker mit. Einen Einfluss dürfte aber auch das verringerte Verkehrsaufkommen infolge der Corona-Pandemie gehabt haben.

Auch die Feinstaubbelastung der Luft ist den Angaben zufolge 2021 weiter zurückgegangen. Die Grenzwerte von durchschnittlich 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und Tag würden landesweit schon seit 2018 eingehalten. An höchstens 35 Tagen dürfen die Werte überschritten werden. Weil die Höchstwerte und die Zahl der Überschreitungstage auch in Stuttgart deutlich gesunken seien, soll laut Verkehrsministerium ab Mitte April das Verbot von Kaminfeuer in Stuttgart ausgesetzt werden.

Ressort: Südwest

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Fr, 14. Januar 2022: PDF-Version herunterladen

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