Die mit dem Auge fürs Detail

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Von dpa

Mi, 03. März 2021

Beruf & Karriere

Ausbildung: Raumausstatter sind Handwerksallrounder mit viel Gespür für die kreative Gestaltung.

Boden verlegen, Wände tapezieren, Möbel aufpolstern: Hannah Hofstätter ist handwerkliche Allrounderin. Zurzeit absolviert die 18-Jährige ihr drittes Ausbildungsjahr als Raumausstatterin im Unternehmen von Olaf Rosenbaum. Dessen Team hat sich vor allem auf den Bodenbereich spezialisiert.

Die Auszubildende ist inzwischen Profi im Verlegen von neuem Parkett. Zudem saniert sie alte Böden, verlegt Teppiche und Linoleum. Braucht ein Raum einen neuen Anstrich, kümmert sie sich um Tapezier- und Malerarbeiten. Neben handwerklicher Tatkraft müssen angehende Raumausstatter deshalb ein Auge für gestalterische Details und ein Gespür für Räume mitbringen.

Sich fast täglich auf neue Umgebungen und die Wünsche der Kundschaft einzustellen, bietet Abwechslung bei der Arbeit. "Man weiß nie, was kommt. Manche Kunden haben klare eigene Vorstellungen, wie etwa kürzlich als zur quietschgelben Küche auch ein gelber Linoleumbelag gewünscht wurde. Andere wollen beraten werden", so Hofstätter.

Informieren, beraten und Konzepte entwerfen gehören also zum Joballtag. Deshalb sind neben handwerklichen auch kommunikative Fähigkeiten in diesem Ausbildungsberuf wichtig. Zumal der Anspruch der Kunden heutzutage deutlich höher sei als früher, sagt Olaf Rosenbaum. Nichtsdestotrotz schätzt er an seinem Beruf vor allem die Vielfalt: "Wir arbeiten kreativ. Es ist abwechslungsreich, sowohl was die Materialien angeht, die wir einsetzen, als auch mit Blick auf die Menschen, mit denen wir zu tun haben." Ob heimeliges Wohnzimmer, repräsentativer Altbau oder eine supermoderne Küche – Räume zu verwandeln werde nie langweilig, findet der Raumausstattermeister und Vizepräsident des Zentralverbands Raum und Ausstattung (ZVR).

Azubis müssen aber nicht nur ein Händchen für die Kundschaft haben und planen können, sie sollten auch körperlich belastbar sein. "Tatkräftiges Anpacken wird verlangt", so Rosenbaum. Und er verrät, welche Kriterien ihm zudem wichtig sind: "Gutes räumliches Vorstellungsvermögen und unbedingt top Mathe-Noten."

Die Ausbildung dauert drei Jahre, je nach Region und Arbeitgeber variiert die Vergütung. Laut Zahlen der Handwerkskammer Freiburg liegt sie in Betrieben mit Tarifvertrag im Schnitt bei 570 Euro, 650 Euro und 750 Euro brutto im Monat – gestaffelt nach Lehrjahr.