Narri Narro

Die "Niederberg Kobolde" aus Hausen zeigen sich der Öffentlichkeit

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Sa, 09. November 2019 um 11:33 Uhr

Hausen im Wiesental

Hausen hat eine neue Fasnachtsgruppe: Die "Niederberg Kobolde" werden sich am 16. November in der Festhalle vorstellen. Wir haben den Oberkobold vorab getroffen.

Wer nicht glaubt, dass seit dem 17. Jahrhundert Kobolde im Hausener Wald am Niederberg herumgeistern, sollte sich am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr in der Hausener Festhalle vom Gegenteil überzeugen lassen. Ein versprengter Haufen dieser scheuen Spezies wird sich dort nämlich als neue Hausener Fasnachtsgruppe der "Niederberg Kobolde" erstmals in der Öffentlichkeit zeigen.

Ein nasskalter Donnerstagabend

Die BZ hat sich auf die Suche gemacht und den Oberkobold David König tatsächlich am nasskalten Donnerstagabend auf dem Waldweg am Niederberg in Hausen getroffen. Natürlich zeigte sich der Oberkobold nur inkognito im ganz zivilen Outfit. Und er erzählte die unglaubliche Geschichte vom historischen Hintergrund, auf den sich die neu gegründete Fasnachtsgruppe der Niederberg-Kobolde berufen kann.

So habe es der Sage nach schon immer in den Wäldern um Hausen Kobolde gegeben, die aber erst nach der Gründung des Hausener Eisenwerks so richtig aktiv in Erscheinung getreten seien. Durch das Abholzen großer Waldflächen für die Holzkohle, die man zur Befeuerung des Schmelzofens zur Gewinnung von Eisen aus Eisenerz benötigt habe, sei auch der Lebensraum der Kobolde immer mehr beschnitten worden.

Nur ein einziger Junge soll einen Kobold gesehen haben

Von Rachegelüsten angetrieben seien die Kobolde in den Nächten auf das Areal des Eisenwerks geschlichen, um Eisen und auch Werkzeuge der Arbeiter zu stehlen und in den Höhlen im Wald zu deponieren. Aber auch die Holzfäller und Wanderer sollen von den Kobolden immer wieder erschreckt und von ihren Streichen belästigt worden sein. Nur ein einziger Junge aus Hausen, die Sage nennt ihn Hinrich, habe einmal die Kobolde zu Gesicht bekommen. Und erst mit der Schließung des Hausener Eisenwerks im Jahre 1865 habe der Spuk der Kobolde von Hausen nachgelassen, was aber nicht heiße, dass sie vollends verschwunden seien, versichert der Oberkobold David König von der Fasnachtsgruppe der Hausener Niederberg-Kobolde.

Und so werden sich die zwölf Mitglieder der im März 2019 gegründeten Fasnachtsgruppe bei der ersten "Kobold-Night" am Samstag, 16. November, in der Hausener Festhalle erstmals im neuen Kostüm und mit schaurig-schöner Maske, die von dem bekannten Lörracher Larvenmacher Dieter Weber gestaltet wurde, präsentieren. Die Niederberg-Kobolde versprechen den Besuchern ab 18 Jahren einen tollen Abend, bei dem zwei DJs die Stimmung anheizen wollen. Zudem werden die Guggenmusiken der Zeller Noteknacker, Halli-Galli Steinen und Bajakl-Schäpfle Breisach mit ihren schrägen Tönen die Halle in Schwingungen versetzen. Und auf Großleinwand wird den Gästen ein von den Gruppenmitgliedern selbst gedrehter Film über das Koboldtreiben im Hausener Wald gezeigt.

Beteiligung beim Kinderumzug

Man werde sich vorerst noch eigenständig am Fasnachtsgeschehen beteiligen, habe aber auch schon im Gespräch mit der Narrenzunft Hausen die Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit bekundet, erklärt David König. So wolle man den Hausener Kinderumzug am Rosenmontag bereichern und sich an den Umzügen in Schopfheim, Hasel und Wehr sowie beim Narrentreffen in Möhlin beteiligen.
Infos zur Clique unter: www.niederberg-kobolde.de