1200 Jahre Löffingen

Die Stadt in ihrer ganzen Vielfalt

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Di, 14. Januar 2020 um 16:42 Uhr

Löffingen

Bürgermeister Tobias Link und Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke sind mit dem Jubiläumsjahr hochzufrieden. Trotz hoher Verluste beim Open-Air-Konzert.

Eine ausgesprochen positive Bilanz ziehen die Hauptverantwortlichen, Bürgermeister Tobias Link und Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke nach dem Anschluss des Jubiläumsjahrs mit vielen verschiedenen Veranstaltungen zum 1200-jährigen Bestehen der Stadt Löffingen. Einziger Wermutstropfen war ein verregnetes Open-Air-Festival, das der Stadt ein Minus von 60 000 bis 70 000 Euro einbrachte.

"Was wir und vorgestellt haben, konnten wir auch umsetzen", sagt Tobias Link. Es sei ein tolles Jahr gewesen, in der die Stadt bei den verschiedenen Veranstaltungen mit ihrer ganzen Vielfalt zu tragen gekommen sei. Viele Menschen hätten sich ehrenamtlich eingebracht, wodurch noch mehr Zusammenhalt entstanden sei, was Link besonders freut.

Es sei ein Programm gewesen, das für jeden etwas geboten habe. Angefangen vom Festakt zum Jubiläumsauftakt bis hin zur abschließenden Podiumsdiskussion im Rahmen von BZ-Hautnah, jeweils mit hochkarätigen Gästen. Dazwischen gab es viele Vorträge und kulturelle Höhepunkte. Alleine was die Stadtmusik und die Vereine beim großen Festwochenende im Juli auf die Beine gestellt haben, sei sensationell gewesen.

Das Engagement der Bürger und Vereine sei aber nicht nur auf die Kernstadt beschränkt gewesen, lobte Link. Auch die Ortsteile und ihre Vereine haben seiner Einschätzung nach maßgeblich zum Erfolg beitragen. Beispielsweise die historische Abteilung der Feuerwehr Bachheim, die beim Festempfang in der Festhalle Spalier stand oder die Feuerwehrabteilungen aus allen Ortsteilen, die sich zusammen mit dem Musikverein Unadingen am Großen Zapfenstreich im Haslachstadion beteiligt hatten. Dazu die Vereine, die sich beim Bürgerfest eingebracht haben und nicht zuletzt die Freunde von Studer-Revox mit ihrer Ausstellung.

Das alles habe zu einer unglaublich guten Darstellung der Stadt nach außen geführt, wofür Link allen Beteiligten dankte. Ihm persönlich habe besonders imponiert, wie die Stadt zusammengewachsen sei und dass sich so viele Menschen mit eingebracht haben.

Viele Menschen

haben sich eingebracht

Sein persönlicher Höhepunkt sei gewesen, was die Stadtmusik, die ohnehin mit ihrer hohen Qualität ein Aushängeschild für Löffingen sei, und die Vereine beim Open-Air-Konzert an der Wanne auf die Beine gestellt haben. Modest Mussorgskis Werk "Bilder einer Ausstellung" hat die Stadtmusik dabei den Titel Bilder einer Stadt verpasst, wobei Vereine die Szenen darstellten. Sensationell sei auch der Hochschwarzwälder Blaulichttag mit den Feuerwehren und den Rettungsorganisationen rund um Schulen und Festhalle gewesen. Aber auch den Mittelaltermarkt mit den Reiterspielen und verschiedenen Lagern auf dem Bittenbachgelände oder das Bürgerfest in der Stadt mit dem großen Kreistrachtenumzug wertet Tobias Link als Höhepunkte des vergangenen Jubiläumsjahrs.

Auch Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke hob die große Vielfalt der insgesamt 31 Veranstaltungen im Jubiläumsjahr hervor. Das sei aber auch dem Arbeitskreis zu verdanken, der bereits 2017 damit angefangen habe, sich Gedanken um das Jubiläumsjahr zu machen, und viele Vorschläge erarbeitet habe. Doch auch ohne die vielen Sponsoren wäre ein Fest in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Auch er hob die Prominenz beim Festakt mit Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, Justizminister Guido Wolf und Erzbischof Stefan Burger hervor, ebenso wie die Prominenz bei der Podiumsdebatte um Verantwortung.

Dazu beitragen habe auch das tolle Festgelände für die Open-Air-Konzerte an der Wanne, was sich viele im Vorfeld so gar nicht hätten vorstellen können. Dort die ganze Infrastruktur hinzubringen, habe insbesondere den Bauhof und den Energiedienst, der für die Stromversorgung zuständig war, gefordert. Doch auch die Waldarbeiter hätten bei Aufbau der großen Bühne Hilfestellung geleistet. Und parallel zum Abbau auf dem Festgelände habe es schon wieder gegolten, in der Stadt die Stände für das Bürgerfest und den Trachtenumzug einzurichten.

Das Budget für das große Jubiläumsfest hatte lediglich einen Ausreißer zu verzeichnen. Das Open-Air-Konzert mit der den Bands Münchner Freiheit und Alphaville sowie Schlagerstar Vanessa Mai. 60 000 bis 70 000 Euro weniger als geplant, habe man dabei eingenommen, erläuterte Bürgermeister Tobias Link auf Nachfrage. Ansonsten habe man den Kostenrahmen eingehalten.

Das Konzert auf dem Festgelände konnte zwar stattfinden, allerdings gab es rundum Gewitter, wodurch der Kartenverkauf an der Abendkasse deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Doch auch der Vorverkauf sei bereits schleppen angelaufen, erklärte Link, der sich immer noch die Frage stellt, ob man in diesem speziellen Fall irgendetwas hätte besser machen können.

Auch die Gemeinderatssitzung ist ihm noch in guter Erinnerung, bei der er mit einem mulmigen Gefühl schon im Vorfeld den hohen Verlust verkünden musste. Doch alle Fraktionsvorsitzenden haben dann den hohen Wert, den dieses Wochenende für die Außenwirkung der Stadt und das Gemeinschaftsgefühl der Bürger gebracht habe, über den finanziellen Verlust gestellt.

Am Ende bleibt

ein positiver Eindruck

Rontke sprach abschließend von einem arbeitsreichen, aber auch tollen Jahr mit vielen Erfahrungen. Auch dass die Vereine dabei zusammengewachsen seien werde ihm ebenso in Erinnerung bleiben, "wie die Hilfsbereitschaft, die einem aus allen Teilen der Bevölkerung abgesprungen hat", erklärte Rontke. Auch beim Aufbau des Festgeländes und der Bühne habe es trotz allem Stress kein einziges böses Wort gegeben.

Der Bürgermeister sprach am Ende ebenfalls von einem gelungenen Jubiläumsjahr, bei dem eine relativ spontane Abschlussfeier am Silvesterabend ein weiteres Mosaik gewesen sei. Obwohl man von 23.30 Uhr an nur bei einem Glas Sekt zusammenstand und geredet habe, sei diese kleine Feier so gut angenommen worden, dass er schon mehrfach auf eine Wiederholung angesprochen worden sei, sagt Tobias Link.