Lahr

Der Verkehrsbetrieb SWEG sieht sich gut für die Zukunft aufgestellt

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

So, 06. Oktober 2019 um 12:28 Uhr

Ortenaukreis

Der Arbeitskreis Verkehr der Landtagsfraktion der Grünen hat sich in Lahr in puncto E-Mobilität informiert. Auch der Verkehrsminister war vor Ort.

Die E-Mobilität beherrschte das Programm einer Sitzung des Arbeitskreises Verkehr der Landtagsfraktion der Grünen bei der SWEG in Lahr. Auch Verkehrsminister Winfried Hermann zeigte sich beeindruckt, was SWEG-Chef Johannes Müller über das regionale Mobilitätsunternehmen alles auspackte. MdL Thomas Marwein (Offenburg) hatte die Gesprächsrunde auf der Tour durch die Ortenau organisiert.

Die Mobilität im Südwesten des Landes ist bei der letzten Station des Arbeitskreises auf seiner Tour durch den Ortenaukreis bei der SWEG in Lahr ganz im Mittelpunkt gestanden. Besondere Schwerpunktthemen, an denen auch die regionalen Landtagsabgeordneten Thomas Marwein (Offenburg) und Sandra Boser (Lahr) teilnahmen, galten der Gesamtstrategie der SWEG, dem Einsatz von Hybrid- und Elektrofahrzeugen bei Bahn und Bus und der Gewinnung von Triebfahrzeugführern.

Verkehrsminister und Kollegen/innen staunten nicht schlecht, was sich bei der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG seit acht Jahren alles getan hat. Damals war Hermann zuletzt in Lahr, damals noch als Aufsichtsratsvorsitzender der SWEG. Deren Entwicklung als zukunftsfähiges Landesunternehmen mit regionaler Verankerung stellte SWEG-Chef Johannes Müller vor.

Zahlen und Fakten beeindruckten Arbeitskreis und Minister gleichermaßen: 130 Schienenfahrzeuge, 400 Omnibusse und mehr als 1300 Mitarbeiter. "Wir sind die neue Landesverkehrs-AG", so Müller mit sichtlichem Stolz, die seit der Fusion mit der Hohenzollerschen Landesbahn noch stärker am Markt agiere und den Schienenverkehr ebenfalls weiter ausgebaut habe.

"Wir sind für alle Verkehrsaufgaben qualifiziert", sagte Müller, ehe die grünen Abgeordneten mitteilten, wo sie der Schuh drückt. "Die Mobilität muss nachhaltig im Lande verbessert werden", sprach Hermann das Problemfeld an, wobei er Müller und seinem Team in Lahr das Kompliment machte, mit der SWEG keine Probleme zu haben. Auf den Prüfstand kamen die neuen Technologien, die der Arbeitskreis mit einer Abkehr von dieselgetriebenen Fahrzeugen in Verbindung brachte. Auch der Offenburger Abgeordnete Thomas Marwein richtete den Blick auf die "Elektro-Mobilität. Die Fahrt mit dem Elektrobus von Offenburg nach Lahr war toll", bestätigten Marwein und die Mitglieder des Arbeitskreises.

"Die Fahrt mit dem Elektrobus war toll"

Doch wie sieht die Praxis in den Städten und Gemeinden aus, wenn die Elektrobusse mit Batteriebetrieb vorerst nur einen Radius von 150 Kilometer bewältigen können und in der Anschaffung noch recht teuer seien? "Das ist technisch machbar", sagte Müller, der indes einräumen musste, dass dann mehr Busse zum Einsatz kommen und ganze Infrastrukturen in den Städten verändert werden müssten. Mehr noch: Das würde auch die Kosten für Kommunen, Landkreise oder Verkehrsverbünde steigern. Die SWEG aber sei in der Lage, die Elektro-Mobilität selbst in die Hand zu nehmen, wenn auch im letzten Jahrhundert die Busse, und damit die Antriebsvarianten, überwiegend in der Hand von Daimler gelegen hätten.

"Im Stadtverkehr sollte jetzt ein Umsteigen möglich sein", warf der Minister ein, der davon ausging, dass Daimler künftig neue Wege gehen werde. Die Tendenz gehe zu Fahrzeugen mit Wasserstoff, Batterie- und Hybrid-Antrieben. Johannes Müller zeigte sich beim Gedankenaustausch offen, was die technischen Anforderungen anbelangten. Sein Unternehmen sei in der Lage, auch neue Strecken im Schienennetz, wie von den Grünen gefordert, zu reaktivieren. Für Minister Hermann war klar: "Das Schienennetz liegt nicht in öffentlicher Verantwortung." Der Investitionsbedarf wurde vom Arbeitskreis gesehen, ebenso die Entwicklung der Mobilität, weniger Diesel, dafür mehr Elektrizität, unter Einsatz neuer Technologien.

Beeindruckt zeigte sich die Besuchergruppe auch von der Entwicklung der SWEG im Gütertransport und bei der Anwerbung des eigenen Personals für Bus und Bahn: "Wir bilden Triebfahrzeugführer selbst aus", sagte Müller. Dabei sei man sich auch nicht zu schade, Quereinsteiger einzustellen. Stolz sei man auch, den ersten autonom fahrenden Kleinbus im öffentlichen Straßenverkehr in Baden-Württemberg auf die Straße gebracht zu haben. Und auch bei der E-Bus-Fahrt von Offenburg nach Lahr hieß die Devise für den Gastgeber aus Lahr: "Null Emission – 100 Prozent elektrisch" .