Trotz Sparkurs

Die Uni Basel will sich strategisch weiterentwickeln

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 02. Januar 2020 um 06:05 Uhr

Basel

Die Uni Basel sieht sich als eine der Top 100 Universitäten weltweit. Aber sie muss sparen. Dennoch erhalten die Mitarbeiter mehr Gehalt.

Die Universität Basel will sich dieses Jahr auf Basis eines ausgeglichen Budgets und trotz der Sparvorgaben der Basler Kantone in strategisch wichtigen Bereichen weiterentwickeln. Das teilte die Uni, die im Wintersemester knapp 13.000 Studierende und Doktoranden verzeichnet, zum Jahreswechsel mit. Auch die Mitarbeitenden in der Verwaltung und dem rund 1650 Köpfe zählenden Lehrkörper erhalten dieses Jahr höhere Löhne und Gehälter, und zwar sowohl durch einen Stufenanstieg wie auch einen Inflationsausgleich von 0,5 Prozent.

Neben einem ausgeglichenen Budget für 2020 zeige die Finanzplanung über die gesamte Leistungsperiode von 2018 bis 2021 ein ausgeglichenes Ergebnis. Damit würden die Sparvorgaben der Trägerkantone vollständig eingehalten und würden sowohl in der Lehre und Forschung mit einem Spareffekt von 11,2 Millionen Franken wie auch im Baubereich mit einem Spareffekt von insgesamt 16,8 Millionen Franken bis 2021 vollständig realisiert, heißt es weiter. Zudem sei 2020/21 der geforderte Abbau von jeweils zehn Millionen Franken aus den Reserven gesichert.

Die Zahlen

Die Universität, die für 2018 einen Gesamtaufwand von knapp 730 Millionen Franken bilanziert hat, wird zu etwa 45 Prozent von den zwei Trägerkantonen Basel-Stadt und Baselland finanziert. Insgesamt erhält sie von der öffentlichen Hand für 2020 fast 494 Millionen Franken; dazu tragen Basel-Stadt 158 Millionen, Baselland fast 162 Millionen, die Schweiz 93,3 Millionen sowie die übrigen Kantone 80,4 Millionen Franken bei. Aus Studiengebühren erlöst die Uni weitere gut 26 Millionen Franken, dazu kommen Drittmittel und weitere Einnahmen.

Neue Führung

Mit Beginn des Jahres hat zudem der bisherige Vizepräsident des Universitätsrates Beat Oberlin die Leitung des Gremiums in Nachfolge des seit 2005 amtierenden und zum Jahreswechsel zurückgetretenen Ueli Vischer übernommen. Oberlin (Jahrgang 1955) studierte in Basel Jura, promovierte dort auch und absolvierte später an der Stanford University eine Management-Ausbildung. Von 2005 bis 2016 war er Präsident der Geschäftsleitung der Basellandschaftlichen Kantonalbank. Davor arbeitete er mehr als 20 Jahre bei der Großbank UBS. Seit 2017 ist er auch Präsident des Kammerorchester Basel (KOB) und hat bereits im April 2019 gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) angekündigt, dass die Uni mehr Geld brauche, um ihren Status langfristig zu halten.

Genau daran aber arbeitet die Uni: Denn parallel mit der personellen Weichenstellungen setzt sie für ihre strategische Weiterentwicklung weiterhin strukturelle Zusatzmittel ein. So wurden seit 2018 Gelder unter anderem für die digitale Transformation in verschiedenen Universitätsbereichen, den Aufbau eines Data-Analytics-Center, die Beteiligung am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) sowie die breit angelegte Innovationsinitiative gesprochen.

Profil der Forschungsuniversität

Strategisch setzt die Uni mit den sieben Fakultäten damit weiter auf das Profil als Forschungsuniversität.

Das beginnt in den Life Sciences mit Forschungen der weltweit renommierten Neurobiologin Silvia Arber zur Funktion und Entwicklung von Nervenzellnetzwerken oder denen des Biochemikers Michael Hall zur Zellkommunikation und dem Wachstumsregulator Target of Rapamycin (TOR), einem Protein, das Alterungsprozesse beeinflusst. Dazu gehören aber auch die in Basel traditionell hochgewichtete Botanik und Pflanzenforschung, die dem Bereich Nachhaltigkeit und Energieforschung zugeordnet sind. Ein Schwerpunkt, in dem unter anderem Ansgar Kahmen und sein Team Zusammenhänge von Klimawandel und Pflanzenwachstum erforschen. Da werden Nachhaltigkeit und Energiepolitik aber auch aus volkswirtschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Blickwinkeln betrachtet, etwa von Frank Krysaik, der Nachhaltigkeit mit ökonomischem Blick beleuchtet. Und dazu gehört das weite Feld der Physik und Nanowissenschaften wie die Quantenphysik in einem Halbleiter, die ein Forschungsteam um Richard Warburton erforscht.

Erfolge verbucht die Uni, die sich nach wie vor im Kreis der globalen Top 100-Universitäten sieht, nach wie vor. Erst zum Jahresende kommunizierte sie Verbesserungen, die Onkologen und Wissenschaftler der Forschungsgruppe Cancer Immunology für die Krebsimmuntherapie durch eine neuartige Kombination von Antikörpern, die auf zwei verschiedenen Wirkungsmechanismen beruhen, entdeckt haben und die zu einer effektiveren Zerstörung von Tumoren beitragen soll, heißt es in der Mitteilung.