Corona-Impfungen

Diese Menschen dürfen sich ab sofort impfen lassen

Sebastian Kaiser, dpa

Von Sebastian Kaiser & dpa

Mi, 24. Februar 2021 um 12:33 Uhr

Südwest

Im Südwesten werden nun auch Menschen der Prioritätsstufe zwei geimpft. Berechtigt sind unter anderem Lehrerinnen und Lehrer, Erzieher und Menschen mit Down-Syndrom. Ein Überblick.

Bis Mitte März erwartet Baden-Württemberg rund 450.000 Impfdosen des Herstellers Astrazeneca. Dadurch entspannt sich die angespannte Impfsituation ein wenig und mehr Menschen können ein Impfangebot erhalten. Nun sollen Impftermine dem Landessozialministerium zufolge an Personen der Prioritätsgruppe 2 im Alter von 18 bis 64 Jahren vergeben werden.
Wer ist aktuell neu impfberechtigt?

  • Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Krankenhaus- und Praxispersonal (auch Zahnarztpraxen), Heilmittelerbringer (zum Beispiel Physio-, Ergotherapie, Podologie)
  • Personal der Blut- und Plasmaspendedienste mit Patientenkontakt
  • Personal der Abstrichzentren mit Patientenkontakt
  • Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes mit Patientenkontakt
  • Mitarbeitende der Einsatzdienste von Hausnotrufanbietern
  • Personal in Justizvollzugsanstalten sowie der forensischen Psychiatrie
  • Personal in der stationären Suchtbehandlung beziehungsweise -rehabilitation
  • Eingeschlossen sind jeweils auch Auszubildende und Studierende mit unmittelbarem Patientenkontakt
  • Menschen in Institutionen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung (Demenz-Betroffene waren ohnehin schon über Impfungen nach Priorität 1 abgedeckt. In der jetzigen Impfgruppe sind zudem Menschen mit geistiger Behinderung in besonderen Wohnformen, in Werkstätten und Förderstätten und in ambulant betreuten gemeinschaftlichen Wohnformen der Behindertenhilfe)
  • Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung
  • Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher. Dazu gehören Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, hauptamtlich in Einrichtungen und Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe und als Schullehrkräfte oder Mitarbeitende an Schulen mit unmittelbarem Kontakt zu Kindern, Schülern sowie weiteren zu betreuenden Personen tätig sind. Dazu zählen auch Auszubildende und Studierende, die im Rahmen der Ausbildung in entsprechenden Einrichtungen arbeiten. Damit sind auch Lehrkräfte und Erzieher an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), Schulsozialpädagogen und vergleichbares Personal gemeint.

Wer ist außerdem immer noch impfberechtigt?

  • Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben.
  • Menschen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.
  • Menschen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen, sowie Menschen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begutachtungs- oder Prüftätigkeiten ausüben.
  • Menschen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden.
  • Menschen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.

Mit der Entscheidung, nun sämtlichen Lehrern und Erziehern ein Impfangebot zu machen, geht Baden-Württemberg über den Grundsatzbeschluss der Gesundheitsministerkonferenz hinaus. Eigentlich war dies zunächst nur für Lehrer an Grund- und Förderschulen vorgesehen.



Derweil wird angesichts großer Mengen zunächst ungenutzten Corona-Impfstoffs in den Ländern hitzig debattiert, wer damit zuerst geimpft werden soll. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf höheres Tempo beim Impfen in den Impfzentren. Deutschlands Kassenärzte mahnten die Bundesländer, den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nicht unverimpft liegenzulassen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag bundesweit nur rund 239.000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen Astrazeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. Die Lage ist in den Länder unterschiedlich.

"Jetzt ist Impfstoff da" Jens Spahn
Nach Baden-Württemberg beispielsweise wurden diesen Daten zufolge bisher gut 194.000 Astrazeneca-Dosen geliefert und 12.000 verimpft. Voraussichtlich am Samstag sollen aber bereits mehr als 86.000 neue Dosen ankommen. Bundesweit ist dann eine Lieferung von mehr als 650.000 Astrazeneca-Dosen geplant.

Spahn sagte am Mittwoch im ZDF, die Länder hätten Kapazitäten von bis zu 300.000 Impfungen am Tag gemeldet, im Moment fänden bis zu 150.000 am Tag statt. Deswegen gehe er davon aus, "dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird". Die Länder hätten nachvollziehbarerweise beim Bund genügend Dosen angemahnt. "Jetzt ist Impfstoff da." Der Astrazeneca-Impfstoff hat eine etwas geringere Wirksamkeit als jener von Biontech/Pfizer und Moderna, aber mit 70 bis 80 Prozent Wirksamkeit nach Expertenmeinung immer noch eine gute.

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