Kreis Waldshut

Diese Nothaltespur an der B500 soll Lastwagenfahrern das Leben retten

Nina Hesse

Von Nina Hesse

Mi, 27. November 2019 um 21:09 Uhr

Waldshut-Tiengen

Vor 26 Jahren wurde die Nothaltespur an der B 500 zwischen Häusern und Waldshut eingerichtet. Sie ist die letzte Möglichkeit für Lastwagen mit heiß gelaufenen Bremsen, vor Waldshut anzuhalten.

Die B 500 gilt vor allem im Abschnitt von Häusern nach Waldshut wegen ihres starken Gefälles als eine gefährliche Straße im Landkreis Waldshut, insbesondere für Schwerlastzüge. Aus diesem Grund wurde vor 26 Jahren eine Nothaltespur mit Kiesbett gebaut, wenige Kilometer oberhalb von Waldshut, auf Höhe Eschbach.

Seit der Einrichtung musste bisher nur ein Lastwagenfahrer sein Fahrzeug auf der Notfallspur zum Stehen bringen. Ein schwerer Vorfall auf dieser Spur ist nicht bekannt.

Jedoch verunglückte vor einigen Jahren ein Lastwagenfahrer, als er am Kiesbett vorbeiraste, einige hundert Meter weiter in den Hang stürzte und anschließend in den Fahrzeugtrümmern ums Leben kam. Es ist nicht auszuschließen, dass die Nothaltespur den tödlichen Unfall hätte verhindern können.

Die Notfallspur auf der Höhe von Eschbach ist die letzte Möglichkeit für Lastwagen mit heiß gelaufenen Bremsen, vor Waldshut anzuhalten. Dort mündet die B 500 in den Stadtverkehr und führt an Wohngebieten und dem Krankenhaus vorbei. Der einzige passende Ort, an dem die Kiesspur gebaut werden konnte, war kurz nach der Ausfahrt nach Eschbach. Ein idealer Standort wäre laut Straßenbauamt allerdings eine Stelle mit Blick auf die Stadtbebauung, da einzelne Fahrer in Notsituationen auf ein Wiederansteigen der Strecke hoffen und deshalb die Notfallspur außer Acht lassen.

Der Dogerner Fahrlehrer Heinz Knobloch wirft die Frage auf, ob die Nothaltespur bei Eschbach überhaupt noch benötigt wird, da die Lastwagentechnik heutzutage fortgeschritten sei und somit der Verlust der Bremswirkung verhindert werden kann. In den vergangenen Jahren hat die Polizei bei Kontrollen auf deutschen Straßen allerdings eine Vielzahl an Mängeln bei Lastwagen festgestellt. Zudem würden viele Lastwagenfahrer ein solches Gefälle falsch einschätzen und gerieten mit der Geschwindigkeit außer Kontrolle, meint Matthias Henrich, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Freiburg. Die Notfallspur sei deshalb heutzutage absolut erforderlich, trotz moderner Technik. "Jederzeit könnte eine entsprechende Notsituation entstehen", sagt Matthias Henrich.