Die Linke

Dieser Bundestagsabgeordnete hält den Rekord als Zwischenrufer

Niclas Seydack

Von Niclas Seydack

So, 16. Dezember 2018 um 12:19 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Als Schüler bekam Matthias W. Birkwald gute Noten für mündliche Beteiligung. Heute ist er Bundestagabgeordneter und hält aktuell den Rekord als Zwischenrufer im Parlament. Was treibt ihn an?

BZ: Herr Birkwald, Sie haben in der aktuellen Legislaturperiode 422-mal in die Reden anderer Abgeordneter hineingerufen. Was ist mit Ihnen los?
Birkwald: Ich bin mit Leib und Seele Rentenpolitiker und kann es nicht ab, wenn jemand bei dem Thema Unsinn redet. Ich hab’ ein Faible für Zahlen, davon habe ich viele im Kopf. Sehr viele, ich will nicht sagen: die meisten. Den Rest trage ich am Herzen.

  Birkwald greift sich ins Jackett und fischt ein gutes Dutzend spielkartengroße Broschüren heraus. Er breitet sie nach und nach auf dem Tisch aus: "Die Erwerbsminderungsrente – Ergebnisse auf einen Blick", "Die Rentenversicherung – Daten 2018". Dazu faltet er noch mehrere Zettel mit handschriftlichen Notizen auseinander. Birkwald: Wenn ich zum Beispiel höre, in Österreich gibt es keine Pflegeversicherung! Ha! Dann ziehe ich aus meinem Jackett meine "Österreichische Sozialversicherung in Zahlen" und zitiere: Es gibt 445 969 Pflegegeldbezieher, die durchschnittlich 463 Euro Pflegegeld bekommen.

BZ: Ganz schön sperrig für einen Zwischenruf.
Birkwald: Vielleicht eher: "Klar gibt’s Pflegegeldbezieher! Die werden aber aus Steuern finanziert!" Länger darf ein Zwischenruf nicht sein. Zwei kurze Sätze.

BZ: Könnten Sie sich vorstellen, andere Requisiten zu benutzen? Etwa einem Redner eine Clownsnase anzubieten, wenn er Unsinn von sich gibt?
Birkwald: Niemals. Ich bin Kölner, ich liebe den Karneval. Eine Clownsnase ist für mich was Schönes. Eine Pinocchio-Nase könnte ich mir aber vorstellen: "So lügen Sie, Herr Kollege!"

BZ: Wollen Sie ...

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