Diskussion um Bauanträge

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Fr, 11. Oktober 2019

Efringen-Kirchen

Der Ortschaftsrat Huttingen wundert sich über Vorschriften.

EFRINGEN-KIRCHEN-HUTTINGEN (cre). Einstimmig lehnte der Ortschaftsrat Huttingen jüngst die Voranfrage zum Neubau eines Wohngebäudes mit fünf bis sechs Wohnungen Am Tischliweg in der vorliegenden Form ab. Hauptursächlich für die Ablehnung war die Überschreitung der maximalen Differenz zwischen Straßenniveau und Boden des Erdgeschosses. Der Bebauungsplan gibt hier 1,20 Meter vor. Im abschüssigen Geländeteil des Baugrundstückes würde die Differenz jedoch 2,70 Meter betragen.

Zudem behindere das Vorhaben die Sicht von Verkehrsteilnehmern, so Ortsvorsteher Jens Lauber, der von einem "voluminösen Wohngebäude" sprach. "Wozu brauchen wir dann überhaupt noch einen Bebauungsplan? Wir machen uns doch unglaubwürdig!", kritisierte Kevin Brändlin die Haltung der Gemeindeverwaltung, die die Entscheidung auch bezüglich der Erdgeschosshöhe dem Ortschaftsrat überlassen habe. Das Ortgremium trug dem Bauherrn auf, detailliert ortsverträgliche Alternativen vorzulegen.

Unstimmigkeiten brachte der Antrag auf Neubau einer sogenannten Doppelhaushälfte mit sich. Da es dem Antragsteller verwehrt wurde, sein geplantes Fertighaus am selben Platz mit den gleichen Außenmaßen wie das dort seit Jahren ungenutzt stehende Gebäude zu errichten, bleibt ihm nur der Bau eines 6,12 Meter schmalen Hauses – eben so breit wie eine Doppelhaushälfte. Problematisch macht den Vorgang, dass der Nachbar des Antragstellers mit einer für ihn unzumutbaren Baulast beeinträchtigt werden soll. Dagegen wehrte sich dieser, obwohl er gegen den Bau grundsätzlich nichts einzuwenden habe, wie er bei der Sitzung erklärte.

Auch hier erhob Kevin Brändlin Kritik: "Es ist schon kurios, wenn man nicht mehr vernünftig bauen kann", wenn doch schon ein altes Haus mit größeren Maßen dort bereits gestanden habe. Einmütig schloss sich der Ortschaftsrat dieser Kritik an und stimmte dem Bauantrag in seiner vorliegenden Form zu. Die Frage der Baulast ist allerdings noch zu klären.