IHK Südlicher Oberrhein

Eberhard Liebherr ist neuer IHK-Präsident

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 22. Juli 2021 um 20:51 Uhr

Wirtschaft

Der Freiburger Großhändler Eberhard Liebherr ist neuer Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein. Der 64-Jährige folgt damit auf den Lahrer Unternehmer Steffen Auer.

Der 52-jährige Auer war nach zehn Jahren satzungsgemäß aus dem Amt geschieden. Sein Nachfolger Liebherr wurde am Donnerstagabend von der im März neu gewählten Vollversammlung der IHK in Freiburg gewählt. Von den 47 Wahlberechtigten stimmten 41 für ihn, drei dagegen und drei enthielten sich ihrer Stimme. "Ich habe eine Menge Lebens- und Berufserfahrung, die ich in meine neue Aufgabe einbringen kann", sagte Liebherr nach seiner Wahl in einer Pressekonferenz.

"Ich bin ein Macher."Eberhard Liebherr
Der gebürtige Freiburger, der in Merzhausen lebt, führt mit seinem Bruder Thomas die Ketterer-Liebherr-Gruppe mit rund 250 Mitarbeitern und Hauptsitz im Freiburger Gewerbegebiet Haid. Ihr Vater Adolf Liebherr hatte den technischen Fachhandel und Vertriebsspezialisten für Kunststoffhalbzeuge, Rohrleitungskomponente aus Kunststoffen sowie Bodenbeläge vor 65 Jahren gegründet. Mittlerweile seien zwei seiner vier Kinder, Juliane Illenseer und Clemens Liebherr, mit im Unternehmen. "Sie stehen in den Startlöchern, für Nachfolge ist also gesorgt", sagte der neue IHK-Präsident.

Dass er älter als sein Vorgänger an der Kammerspitze ist, sieht er nicht als Problem. "Ich bin ein Macher und habe noch so viel Energie, die ich in das Amt einbringen kann." Dank der tatkräftigen Arbeit von Steffen Auer gebe es innerhalb der Kammer keine Themen, die sofort angegangen werden müssten, "daher kann ich mich zunächst auf die Mitglieder konzentrieren". Rund 70 000 Unternehmen sind Mitglied der IHK, deren Gebiet die Landkreise Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Freiburg umfasst.

Traditionell wechseln sich an der IHK-Spitze Vertreter aus dem Raum Freiburg und aus der Ortenau ab. Auf den Lahrer Auer (Chef des Schwarzwald-Eisenhandels) folgt der Freiburger Liebherr. Folgerichtig kommt Liebherrs erster Stellvertreter aus der Ortenau: Andreas Truttenbach ist Geschäftsführer der RMA-Unternehmensgruppe mit Standorten in Rheinau und Kehl. Das familiengeführte Unternehmen baut Leitungen für Öl und Gas. Der 51-Jährige sagte, er wolle den Präsidenten "schwerpunktmäßig in der Ortenau unterstützen". Drängendstes Problem für die Betriebe sei der Fachkräftemangel.

Liebherr nannte außerdem den Breitband-Ausbau und die Digitalisierung. Ein ganz großes Anliegen sei ihm zudem das Thema Ausbildung. "Wir sind selbst ein Ausbildungsbetrieb", betonte er. Ziel müsse sein, mehr Unternehmer zu Ausbildern zu machen und attraktive Ausbildungsplätze zu schaffen, vor allem aber mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung zu gewinnen. Die weiteren Schwerpunkte wolle er innerhalb der nächsten 100 Tage mit dem Präsidium in einem Strategiepapier festlegen, kündigte Liebherr an.

Präsident und Präsidium wurden auf fünf Jahre gewählt. Alle sind ehrenamtlich tätig. Laut IHK-Satzung bestimmt das Präsidium die Richtlinien der Kammerarbeit, sofern nicht die Vollversammlung zuständig ist, und überwacht die Geschäftsführung um den Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon.
Das neue IHK-Präsidium

Wiedergewählt hat die Vollversammlung Michael Faller (Faller Packaging Waldkirch), Michael Ganter (Ganter Real Estate Waldkirch), Kirsten Moser (Colombi Freiburg), Brigitta Schrempp (Schrempp EDV Lahr) und Andreas Truttenbach (RMA Rheinau). Neu gewählt wurden Eberhard Liebherr (Ketterer & Liebherr Freiburg), Reiner Richter (Volksbank Lahr) und Monika Schäfer (Die Sign Agentur Offenburg). Ausgeschieden sind Thomas Kaiser (Kaiser & Sozien Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Freiburg), Armin Stolzer (Kasto Maschinenbau Lahr) und Steffen Auer (Schwarzwald Eisenhandel Lahr).