Schönberghalle

Ebringer Musikverein und Jugendorchester geben Jahreskonzert

Sarah Nöltner

Von Sarah Nöltner

Di, 10. Dezember 2019 um 18:00 Uhr

Ebringen

Mitsingen, klatschen, Füße wippen: Der Ebringer Musikverein und das Jugendorchester Schallstadt/Wolfenweiler/Ebringen gaben in der vollbesetzten Schönberghalle ihr Jahreskonzert.

Mit einer mitreißenden Mischung aus Rock und Pop sorgten das Jugendorchester Schallstadt-Wolfenweiler/Ebringen und der Musikverein Ebringen bei ihrem Jahreskonzert für beste Stimmung in der voll besetzten Schönberghalle in Ebringen. Junge wie alte Musiker begeisterten ihr Publikum, brachten Füße zum Schwingen und Hände zum Klatschen, ja sogar die Stimmen der Besucher wurden aktiviert – dem Mitsing-Sog der Superhits von Robbie Williams, Toto, Michael Jackson und Deep Purple konnte sich kaum einer entziehen.

Unter Leitung von Dirk Hausen spielte das Jugendorchester souverän den Gospel "Rock my soul", außerdem mit sichtbarer Spielfreude Popsongs von Katy Perry, Christina Perri und Kiss. Hochkonzentriert wirkten die Kinder und Jugendlichen während des Musizierens, zählten aufmerksam mit, spielten ihre Stimmen sauber und achteten auf Hausens Dirigat. Und manch einem war trotz der Konzentration eine innere Entspanntheit und ein Aufgehen in der Musik anzusehen. Zu hören war es alle mal. Schön, dass die Jugendkapelle der zwei Gemeinden mit ihrem Auftritt vor dem großen Publikum so sehr überzeugen konnte.

Big-Band- und Blasorchester-Sound in ausgewogenem Miteinander

Der erste Programmblock des Ebringer Musikvereins unter Leitung von Roman Viehöver war vielseitig: balladenartige Rock-Symphonie-Klänge, Big-Band-Elemente und zeitgenössische Blasorchestermusik hatten ihren Platz. Vier Schlagwerker schufen abwechslungsreiche Sounds auf Schlagzeug, Marimba, Bongo, Pauke und zahlreichen kleinen Perkussionsinstrumenten. Die Trompeten gefielen mit ihren mal jazzigen, mal rotzigen, mal ganz fein artikulierten und immer lässigen Vorschlägen. Flöten, Klarinetten und Saxophone kontrastierten mit angenehm weichem Klang die mitunter fast grellen Trompeten. Bei "Absolute Crossover" zeigten die Musiker Souveränität bei den Taktwechseln, hatten genug Luft für dynamische Entwicklungen Richtung Forte und brachten Big-Band- und Blasorchester-Sound in ein ausgewogenes Miteinander. Das tiefe Blech und der E-Bass sorgten für das gewisse Etwas in der Tiefe.

Allseits bekannte Chart-Hits luden zum Mitsingen ein und weckten bei manch einem im Publikum Erinnerungen. Auch hier: Die Gäste mit E-Gitarre und E-Bass trugen sehr zum Rock-Feeling bei. Ein Robbie Williams Best-of (Supreme, The Road To Mandalay, Angels und Let Me Entertain You) – mitreißend. Das Toto-Medley (Africa, Rosanna, Stop loving you) von den Tonartwechseln her nicht ganz unkompliziert von Klaas van der Woude arrangiert, aber begeisternd dargeboten.

Ovationen waren der Dank des Publikums

Michael Jacksons Hit "Heal the world": differenziert musiziert und so gespielt, dass man musikalisch einfach einverstanden sein musste. Die zur Einstimmung vorgetragene Übersetzung des Textes trug sicherlich zur Billigung bei. Dennoch hinterlassen Jacksons Zeilen einen bitteren Beigeschmack, die gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe parodieren den Textinhalt oder zeigen doch mindestens, wie viel schief gehen kann, wenn einer meint, sich weltheilend eine heile Welt zu erschaffen.

Mit Deep Purple (Burn, Highway Star, Smoke On The Water) und dem "Final Countdown" von Europe heizten die Musiker der ohnehin ausgezeichneten Stimmung in der Halle gegen Ende noch mal richtig ein – ein gelungenes, begeisterndes Konzert, das künftig schwer zu toppen sein könnte. Langanhaltende Standing Ovations waren der Dank.