CO2-Ausgleich

Ehrenkircher Schüler pflanzen Bäume für den Klimaschutz

Sarah Schädler

Von Sarah Schädler

Mo, 15. April 2019 um 10:33 Uhr

Ehrenkirchen

225 Grundschüler der Jengerschule Ehrenkirchen sind mit ihren Lehrern in den Norsinger Grund gezogen, um dort etwas fürs Klima zu tun: Eichen pflanzen. Die Badische Zeitung hat sie dabei begleitet.

Es wuselt im Wald. Der matschige Boden lässt den einen oder anderen eine kleine Schlitterpartie absolvieren, doch alles halb so schlimm. Regenjacke und wetterfeste Hose sind für solche Aktionen gemacht und was ist schon ein bisschen Dreck am Schuh, wenn’s ums Klima retten geht? Kürzlich zogen 225 Grundschüler der Jengerschule Ehrenkirchen mit ihren Lehrern klassenweise in den Norsinger Grund, um dort ganz konkret etwas fürs Klima zu tun: Eichen pflanzen.

Der Regen, der durch den Blätterwald auf die bunten Kapuzen tropft, steht den Kindern nicht im Weg. Ganz im Gegenteil: "Die Bäume brauchen das Wasser, damit sie gut wachsen können", erklärt Marit aus der 3b. Die Schüler wissen Bescheid. In den vergangenen Wochen haben sie im Unterricht viel über den Klimawandel gesprochen. Was bedeutet Klimawandel? Wo geht der Eisbär hin, wenn das Eis in der Arktis schmilzt? Warum gibt es immer weniger Bienen und was kann jeder Einzelne konkret machen, um die heimische Flora und Fauna zu schützen?

Mehr Fahrrad fahren, weniger Fleisch essen

Einen Stock über der Schulter tragend erklärt Visar, was gut ist fürs Klima: "Mehr Fahrrad zu fahren, weniger Fleisch zu essen, mehr Bäume zu pflanzen und zu schauen, wo Käse, Milch und Eier, Obst und Gemüse herkommen." Sein Klassenkamerad Alexander findet es toll, in den Wald zu gehen: "Es macht Spaß, weil man immer mehr lernen kann über die Welt und wie man sie schützen kann."

Die Begeisterung für den Umweltschutz ist den Kindern anzumerken. "Uns geht es darum, die Theorie mit dem Praktischen zu verbinden", sagt Ute Schwizler, Konrektorin der Grundschule. Im Herbst vergangenen Jahres habe die Schule bereits eine Müllsammelaktion veranstaltet. In den Weihnachtsferien sei sie dann auf das Projekt "Plant for the Planet" gestoßen. Die Idee sei es, dass Kinder Bäume pflanzen, um auf diese Weise einen CO2-Ausgleich zu schaffen. Denn jeder gepflanzte Baum entzieht der Atmosphäre CO2 und trägt so zu einer positiveren CO2-Bilanz bei. Es gehe darum, nicht nur Angst zu schüren, sondern konkret zu schauen, was Positives getan werden kann, sagt Schwizler, die selbst aus einem Forsthaus kommt.

"Eichen sind resistent gegen Stürme und Trockenheit und bieten einen optimalen Lebensraum für Vögel und Insekten." Erwin Steinle, Forstwart
Forstwart Erwin Steinle begrüßt die Aktion der Schule und die Unterstützung, die er durch die Kinder beim Setzen der Jungpflanzen erhält. "Eichen brauchen viel Licht und Wärme. Sie sind resistent gegen Stürme und Trockenheit und bieten einen optimalen Lebensraum für Vögel und Insekten", erklärt der Förster. Der Reihe nach darf jedes Kind den kleinen Setzling mit den feinen Haarwurzeln in die Erde pflanzen. Kaum vorzustellen, dass aus so einer kleinen Pflanze mal ein mehrere Meter hoher Baum mit dickem Stamm und dichter Krone wird.

Steinle und seine Mitarbeiter haben die Löcher für die Pflanzen bereits ausgehoben. Nun gilt es, darauf zu achten, dass die Eiche gerade eingesetzt, mit genügend Erde aufgeschüttet und entsprechend im Boden verankert wird. Zugegeben, Eichen brauchen eine Weile, bis sie zu einer stattlichen Größe heranwachsen. Jedes Jahr nimmt eine Eiche 40 bis 70 Millimeter an Höhe zu. Kleinvieh macht auch Mist: Manche Eichen können immerhin bis zu 35 Meter hoch werden.

In den kommenden Wochen wollen die Lehrerinnen mit ihren Schülern Nistkästen und ein Bienenhotel bauen. Für die Umwelt zu sensibilisieren sei genauso wichtig, wie Lesen und Schreiben lernen, sagt Ute Schwizler. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die Vögel zwitschern, die Blätter der Bäume rascheln im Wind, der Duft von nassem Holz steigt in die Nase. Der Wald scheint Danke zu sagen.