Ein Einblick in die Inszenierung

Patrick Schliffer

Von Patrick Schliffer

Mo, 17. Februar 2020

Freiburg

Für BZ-Leser gab’s eine "Falstaff"-Sondervorstellung mit Einführung.

FREIBURG-INNENSTADT. Bei einer Sondervorstellung von Verdis Oper "Falstaff" gab’s für BZ-Card-Besitzer nicht nur kostengünstige Eintrittskarten, sondern auch eine spannende Einführung in das Stück.

Im Winterer-Foyer des Theater Freiburgs herrscht am Samstagabend beste Stimmung. Angeregt unterhalten sich die Operngäste von Giuseppe Verdis "Falstaff", das ein oder andere Programmheft wird noch eifrig zur Vorbereitung studiert, die Atmosphäre wirkt gelassen. Mehr und mehr füllt sich der Raum, sodass alle Stühle belegt sind und sogar einige Gäste an den Wänden lehnen. Eingefunden haben sich alle wegen eines besonderen Anlasses: Für die Sondervorstellung der komischen Oper, bei der BZ-Card-Besitzer 40 Prozent Rabatt auf die Eintrittskarte bekommen, gibt es eine Stunde vor Aufführungsbeginn eine Stückeinführung, moderiert von dem Leiter der Presse-, Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Freiburg, Tim Lucas. Als Gesprächspartner hat sich dieser den "Falstaff"-Dramaturgen Heiko Voss sowie den Leiter der BZ-Kulturredaktion Alexander Dick geladen, die in einem einstündigen Gespräch Rede und Antwort stehen.

Auch wenn in dieser Stunde auf hohem Niveau über die letzte Oper und Komödie des italienischen Komponisten gesprochen wird, ist die Stimmung locker und entspannt im Winterer-Foyer. Sekt, Bier und Wasser zieren die Tische, an denen sich die Gäste verteilt haben, während Tim Lucas seine Gesprächspartner über die Rolle des Theater Freiburgs befragt. Das sei "ein Kunsttempel und das Herz der Region", antwortet der Leiter des BZ-Kulturressorts in Anlehnung an den ehemals an der Fassade des Stadttheaters sichtbaren Schriftzugs "Heart of the City". Das Theater sei für die Stadt unverzichtbar und könne es, seiner Meinung nach, trotz kleinerem Budget mit den großen Häusern in Stuttgart und Karlsruhe aufnehmen.

Doch nicht nur für das Theater finden die Herren lobende Worte, auch über Giuseppe Verdi und dessen künstlerische Leistung wird rühmend gesprochen. So brachte der Romantiker die Oper zur Höchstform, wie es Alexander Dick einmal nennt. Heiko Voss betont darüber hinaus die Einzigartigkeit von Verdis Musiktheater, insbesondere die emotionale Handlungsführung mit den auskomponierten Arien, Ensembles und Duetten.

Natürlich streifen die Drei auch die literarische Vorlage des "Falstaff"-Stoffes. Hierbei kommt Heiko Voss auf den Librettisten des Stück Arrigo Boito zu sprechen, welcher in genialer Weise die Shakespeareschen Werke "Die lustigen Weiber von Windsor" sowie "Heinrich IV." verdichtet und zusammengeführt habe. Daraufhin gibt der Dramaturg Einblicke in seine Arbeit, an deren Anfang "studieren, studieren, studieren" stehe, wie er die intensive Vorbereitung beschreibt. Er selbst sehe sich als künstlerischen Berater, dessen Arbeit ein ständiger Prozess sei, egal ob es sich hierbei um die Konzeption des Stücks oder oder die Zusammenarbeit mit Regisseurin Anna-Sophie Mahler handele, die er als eine "Könnerin" bezeichnet. Besonders interessant wird es, als Tim Lucas auf die Rolle des Kritikers zu sprechen kommt. Alexander Dick unterscheide hierbei zwischen seiner Wertschätzung für das Theater Freiburg und seiner persönlichen Meinung, die er in einer Rezension vertrete, wie er es auch für den Saisonstart des Hauses bei "Falstaff" getan hat. Zwar habe er den ein oder anderen Kritikpunkt bei der Inszenierung gefunden, aber das schmälere die vielen positiven Eindrücke nur unerheblich. Daher fällt es Dick auch leicht, auf Tim Lucas’ abschließende Frage, worauf sich die Besucherinnen und Besucher bei Verdis Spätwerk freuen können, "auf eine musikalisch wunderbar umgesetzte Oper" zu antworten.

Eine Bildergalerie gibt es unter mehr.bz/falstaff