Ein Konzept, das die Zukunft sichert

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Fr, 10. Juli 2020

Lörrach

Theater Tempus fugit bietet gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt ein verlässliches Angebot / Kultursommer mit drei Projekten.

Das Theater Tempus fugit hängt stark von Projekten ab, die Partner sind hauptsächlich Schulen. Den unsicheren Prognosen für die neue Spielzeit zum Trotz hat das Team gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt ein verlässliches Angebot für die erste Saisonhälfte erarbeitet. Außerdem wurden beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur drei Projektanträge für den Kultursommer gestellt. Beides garantiert die Zukunft des Theaters.

. Angebot für Schulen
Das Theater braucht Sicherheit, Schulen brauchen sie auch. Als klar wurde, dass viele der 60 Projekte, für die Schulen die Partner von Tempus fugit sind, coronabedingt ausfallen, ging man sofort auf die Schulen zu, um zu überlegen, wie das Theater trotzdem weiter mit Jugendlichen arbeiten könne. Förderer wie Kommunen, Land, Stiftungen und die Sparkasse blieben an Bord. Doch wie bisher in die Schulen gehen kann Tempus fugit aber nicht. "In unserem Veranstaltungsraum können wir aber garantieren, dass sich keine Gruppen mischen", wie Theaterleiterin Karin Maßen erklärt. Hans-Joachim Friedemann, der Leiter des staatlichen Schulamts, attestiert: "Unter den Bedingungen des gemeinsam besprochenen Hygienekonzepts gibt es kein größeres Risiko als im Schulbetrieb." Deshalb befürwortet er das Konzept und sieht darin auch für die Schulen eine Chance, die ja aktuell unter beschränkten Raumkapazitäten und Lehrkraftmangel leiden.

Alles, was bis dato an Schulen stattfand, wird also in der ersten Hälfte der neuen Spielzeit bis Februar 2021 im eigenen Haus angeboten, unter anderem "Fisch im Netz" zur digitalen Welt, "Nur Mut" über Zukunfts- und Ausbildungsplanung oder "Realitäten" zum Thema Vorurteile und Ausgrenzung. Damit die Eigenproduktionen auch über Distanz funktionieren, wurden andere Formate gefunden. Jeweils für einen ganzen Vormittag kann sich eine Schule anmelden – je nach Größe mit einer ganzen oder halben Klasse. "Es wäre schön, wenn sich das Haus jeden Tag mit Leben füllen würde", wünscht sich Pressesprecherin Maren Spencer.

"Das ist ein Konzept, das uns Freude macht und das wir gerne ausprobieren", stellt Karin Maßen fest. "Bis Februar trägt das sicher und garantiert die Zukunft des Theaters und seines Netzwerks." Wie es mit der Finanzierung weitergeht, stehe in den Sternen, denn eigentlich müsste man jetzt die Großprojekte zur Förderung einreichen. Mehr als 70 Prozent des gesamten Etats werden über Projekte finanziert.

Kultursommer
Sehr dankbar ist man bei Tempus Fugit über die Zusagen aus Stuttgart für die Förderung von drei Projekten im Rahmen des Kultursommers. Das verbindende Thema heißt "Welten". Das Stück "Robinson und Freitag" mit den professionellen Schauspielern Fabian Eyer und Mischa Goldberg wurde den Coronamaßnahmen angepasst und stärker über das Ende diskutiert. In "Das kalte Herz des Jedermann – das kalte Herz der Jederfrau" des Jugendtheaters Rheinfelden wurden Werke von bildenden Künstlern integriert. Hier begegnen sich Ohnmacht und Macht, Armut und Reichtum. Das Konzept für die Stadtführung zur badischen Revolution aus Perspektive der Frauen wurde von Irina Battaglia konzipiert.

Hauptversammlung
Bei der Hauptversammlung blickten Theater und Förderverein auf das vergangene Jahr zurück. 2019 wurde erstmals beim Umsatz die Millionen Euro Grenze überschritten. Der Förderverein, der aktuell 87 Mitglieder hat, stellte die Klimaanlage fertig und brachte eine neue Info- und Werbebroschüre heraus. Die neue Spielzeit wurde unter das Thema "Utopia" gestellt. Die Versammlung wählte teils über Zoom, teils direkt Simon Vierke (Vorsitzender) und Karin Maßen (2. Vorsitzende) wieder.