Ein Mietspiegel soll her

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 23. Mai 2019

Müllheim

Müllheim und Neuenburg am Rhein wollen gemeinsam eine Übersicht erstellen / Bürger werden im Juni angeschrieben.

MÜLLHEIM/NEUENBURG AM RHEIN (BZ). Müllheim und Neuenburg am Rhein planen gemeinsam die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat den Kommunen hierfür einen Zuschuss in Höhe von 15 500 Euro im Rahmen des Förderprogramms "Qualifizierter Mietspiegel" gewährt. Das teilen die beiden Städte in einer gemeinsamen Pressemeldung mit. Baden-Württemberg fördert als erstes Bundesland seit 2018 Kooperationsprojekte zur Erstellung qualifizierter Mietspiegel.

Was ist der Mietspiegel?
"Der Mietspiegel ist die Übersicht über die im jeweiligen Gemeindegebiet üblicherweise gezahlten Mieten für verschiedene Wohnungstypen jeweils vergleichbarer Art, Größe, Baualter, Ausstattung und Wohnumfeld", heißt es in der Mitteilung. Grundlage für den Mietspiegel seien dabei die ortsüblichen Vergleichsmieten, ermittelt aus repräsentativen Stichprobenerhebungen und statistischen Auswertungen. Beide Städte seien dabei auf die Mitarbeit mietspiegelrelevanter Haushalte angewiesen. Durch die Förderung vom Land werden zwei Drittel der Gesamtkosten für die Erstellung gedeckt.

Was bringt der Mietspiegel?
Für Mietvertragsparteien bietet der Mietspiegel die Möglichkeit, bei bestehenden Mietverhältnissen in eigener Verantwortung die ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln, ohne selbst Vergleichsobjekte benennen oder erhebliche Kosten und Zeit für Gutachten aufwenden zu müssen. Auch beim Neuabschluss von Mietverträgen kann der Mietspiegel als Orientierungshilfe herangezogen werden.

Damit vermittelt der Mietspiegel für Mieter und Vermieter von Wohnraum die nötige Transparenz über das aktuelle Mitpreisgefüge im örtlichen Wohnungsbestand und gewährleistet zudem eine Rechtssicherheit bei Mietpreisfestlegungen. Die gemeinsame Aktion hat den Vorteil, dass es für ein größeres Gebiet Vergleichsdaten über die ortsübliche Vergleichsmiete gibt. So hatte Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster vor einem Jahr erklärt, als die Aktion im Gemeinderat beschlossen wurde.

Wie wird ein Mietspiegel erstellt?
Zunächst müssen die entsprechenden Informationen und Daten bei mietspiegelrelevanten Haushalten der jeweiligen Kommunen erhoben werden, heißt es in der Mitteilung. "Bei der aufwändigen Erhebungsaktion werden im Juni per Zufall ausgewählte, mietspiegelrelevante Haushalte angeschrieben, mit der Bitte, einen speziell für die Mietspiegelerstellung entwickelten Fragebogen auszufüllen."

Der ausgefüllte Fragebogen sollte dann mit einem beigefügten Antwortkuvert an das mit der Mietspiegelerstellung beauftragte EMA-Institut für empirische Marktanalysen zurückgeschickt werden. Alternativ wird es möglich sein, die Befragung über einen verschlüsselten Link direkt im Internet zu beantworten. Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich und Joachim Schuster, Bürgermeister von Neuenburg am Rhein, bitten die Bürger, ihre Stadt tatkräftig bei der Erstellung des neuen Mietspiegels zu unterstützen.

Der Datenschutz habe für beide Kommunen höchste Priorität, steht in der Pressemitteilung geschrieben. Wer sich in der Zufallsauswahl befindet, erhält, zusammen mit dem Fragebogen, ein Hinweisblatt über die Rechte und Pflichten sowie einen Kontakt, an den man sich wenden kann, um seine Daten, beispielsweise für diese Mietspiegelerstellung löschen zu lassen. Nach Abschluss der Erhebung werden die gewonnenen Daten anonymisiert, das heißt sie sind nicht auf die jeweilige Person und Adresse, welche den Fragebogen ausgefüllt hat, zurückzuführen.