Ein Projekt mit vielen Variablen

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Do, 02. Juli 2020

Offenburg

Verkehrsstudie zu Bahnhof.

Noch in diesem Jahr will Baubürgermeister Oliver Martini bei der Verkehrsplanung rund um den Bahnhof einen großen Schritt vorankommen. Als "Mobilitätsdrehscheibe" wird der Bahnhof von rund 25 000 Menschen täglich genutzt – mit steigender Tendenz, wenn die Bahn der angestrebten Verdopplung ihrer Passagiere näher kommt. Allein die Südunterführung wird von 13 000 Reisenden am Tag genutzt. Das führt regelmäßig zu Staus am Zebrastreifen vor dem Bahnhof. Täglich 12 000 Autos passieren dieses Nadelöhr, von denen 75 Prozent reiner Durchgangsverkehr von Ost nach West sind. Wie das Quartier vom Durchgangsverkehr entlastet werden kann, ist eine der zentralen Fragestellungen in der bevorstehenden Debatte und eng mit der Entscheidung verknüpft, wo künftig am besten ein Zentraler Omnibusbahnhof angesiedelt sein sollte. Für den bisherigen Südstandort, der in Richtung Gleise erweitert würde, spricht die verkehrliche Anbindung. Er ist leicht und barrierefrei vom Bahnhof aus zu erreichen, zudem fahren die meisten der Linien in Richtung Süden ab. Der Nordstandort im Bereich der Rheinstraße und dem ehemaligen Areal von Reifen-Dinser bietet mehr städtebauliche Spielräume. Auch eine Teilung des ZOB in eine Nord- und eine Südvariante sollen untersucht werden. Nicht zuletzt muss frühzeitig geklärt werden, ob es einmal eine Nordquerung geben wird. Eine solche Brücke, die zwischen dem Kreisel bei Rammersweier und der Englerstraße im Westen auf 265 Metern die Bahngleise überspannen müsste, würde rund 30 bis 40 Millionen Euro kosten und nicht vor 2030 verwirklicht. Sie hätte wiederum Auswirkungen auf die Verkehrsströme auch rund um den Bahnhof.

Am kommenden Mittwoch befasst sich der Verkehrsausschuss ab 18 Uhr in der Reithalle unter anderem mit Ergebnissen einer Verkehrsuntersuchung, der weitere vertiefende Betrachtungen folgen sollen.