Wahl des Bundespräsidenten

Ein Sonntag der Eintracht

Armin Käfer, Bärbel Krauß und Thomas Maron

Von Armin Käfer, Bärbel Krauß & Thomas Maron

Mo, 19. März 2012

Deutschland

Im zweiten Anlauf erhält Joachim Gauck eine breite Mehrheit für das höchste Staatsamt – an einem für die Freiheit symbolträchtigen Datum.

Um 14.24 Uhr ist der Moment gekommen, in dem der Bürger Joachim Gauck zum ersten Mann seines Staates wird. Das hätten sich die meisten schon vor anderthalb Jahren gewünscht. Aber es blieb ihm versagt. Und vor 30 Tage wusste er nicht einmal, dass ihm dazu eine zweite Chance eingeräumt würde. Bundestagspräsident Norbert Lammert hat eben gefragt, ob er die Wahl annehme. 991 Delegierte der Bundesversammlung haben Gauck ihre Stimme geschenkt. Das ist ein Rückhalt, wie ihn selten ein Staatsoberhaupt genießt.
Besonders Eilfertige unter denen, die sich als Anhängern hervortun wollen, wollten schon gratulieren, noch bevor das Ergebnis offiziell verkündet ist. So zum Beispiel der liberale Außenminister Guido Westerwelle, dessen Partei für sich reklamiert, diese Präsidentschaft überhaupt ermöglicht zu haben. Mit einer abwehrenden Handbewegung mahnt Gauck den Minister zur Contenance.
"Was für ein schöner Sonntag!" So beginnt Gauck seine Dankesrede. Er hat ein verknittertes Manuskript vor sich ausgebreitet. Es sieht aus, als trage er das Papier schon lange mit sich herum. Es sind Gedanken, die ihn schon lange umtreiben. Draußen vor dem Reichstagsgebäude warten Scharen jener Bürger, die er nun repräsentieren wird, in der Frühlingssonne auf den neuen Präsidenten. Doch davon ist nicht die Rede, als Gauck diesen schönen Sonntag lobt – weder von dem herrlichen Wetter noch von seiner neuen Karriere im höchsten Staatsamt, von ...

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