Tik Tok-Hit

Ein tierischer Influencer und sein Talent

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 21. Mai 2022 um 06:03 Uhr

Neues für Kinder

Der Elefantenbulle Tusker lebt seit knapp einem Jahr im Zoo in Basel. Beinahe täglich zeigt er sein Kunststück den Gästen: Er balanciert einen Baumstamm auf einem Pfahl und ist nun ein Internethit.

Ganz lässig schnappt Tusker sich mit dem Rüssel das lange Stück Holz. Er hebt es empor und legt es nach mehreren Versuchen so auf den stählernen Pfahl, dass es nicht herunterfällt. Ein Elefant, der einen Baumstamm ausbalancieren kann! Damit ist Tusker, der im Basler Zoo "Zolli" lebt, gerade im Internet, genauer gesagt auf Tik Tok und Youtube berühmt geworden.
Das Video, mit dem Tusker berühmt geworden ist, findest du unter: hier.

Fabian Schmidt wundert sich darüber kein bisschen. Höchstens darüber, dass es so lange gedauert hat, bis ein Zoobesucher Tusker bei seinem Kunststückchen gefilmt und das Video online gestellt hat. "Tusker ist schon etwas mehr als ein Jahr bei uns, das Balancieren machte er von Anfang an", erzählt Fabian Schmidt. Er arbeitet im Zoo Basel und kennt Tusker und die anderen Elefanten gut. Mit Baumstämmen spielen alle Elefanten gern, doch das, was Tusker damit anstellt, ist einzigartig. Beigebracht hat sich das der 30 Jahre alte Afrikanische Elefantenbulle alleine. "Zurzeit macht er es besonders oft", sagt Fabian Schmidt. Meist balanciert Tusker ein-, zweimal hintereinander. Doch wenn Leute zugucken, schaut er, wie viel Applaus es gibt, und wiederholt sein Kunststück eine halbe Stunde lang immer wieder. Tusker kann auch Baumstämme senkrecht so vor die offenen Tore innerhalb des Elefantengeheges stellen, dass sie nicht mehr geschlossen werden können. Dann müssen seine Pfleger ihm gut zureden, damit er sie wieder rausnimmt.

Der Mensch verständig sich mit Elefanten über Kommandos. Tusker hört auf etwa 60 verschiedene. Zum Beispiel: hinlegen, auf die Seite legen, einen Fuß zur Seite raus halten, den Rüssel für die Zahnkontrolle heben. Darauf werden alle Elefanten in guten Zoos trainiert. Das ist wichtig, denn nur so klappt es mit der täglichen Körperpflege. "Elefanten sind gefährliche Tiere, wir sind da auf ihre Zusammenarbeit angewiesen", erklärt Fabian Schmidt. Die Kommandos sind auch hilfreich, wenn eine medizinische Behandlung ansteht. Denn so muss der Elefant nicht jedes Mal eine Betäubung bekommen, die für ihn auch gefährlich werden kann.
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Dass Elefanten sich so viele Kommandos merken können, liegt an ihrem Gedächtnis. Das Sprichwort vom Elefantengedächtnis ist nämlich absolut korrekt, sagt Fabian Schmidt: "In freier Wildbahn findet die Leitkuh einer Elefantenherde selbst nach Jahrzehnten ein Wasserloch wieder, an dem die Herde einmal auf ihren Streifzügen vorbeigekommen ist." Die Dickhäuter orientieren sich dabei vor allem an Gerüchen und Geräuschen. So erkennen sie auch Volksstämme, die Elefanten jagen, und fliehen vor ihnen. Tusker hört zwar auf viele Kommandos, aber es gibt keines für das Balancieren. Das macht er einfach nach Lust und Laune.
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