Pop

Eine Grundschullehrerin aus Efringen-Kirchen veröffentlicht ihr erstes Pop-Album

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 09. Januar 2021 um 18:24 Uhr

Efringen-Kirchen

Vanessa Sperling aus Efringen-Kirchen veröffentlicht im Internet ein Album mit deutschen Popsongs unter ihrem Künstlernamen Ezza. Nun hofft sie, dass bald wieder Auftritte möglich sind.

Am Montag waren die Ferien für Vanessa Sperling bereits zu Ende, die 25-Jährige unterrichtet an einer Grundschule im schweizerischen Liestal. Davor hat sie aber noch ein altes Herzensprojekt abschließen können: Sie hat ihr erstes eigenes Album mit deutschen Pop-Songs auf Youtube veröffentlicht. Unter ihrem Künstlernamen Ezza ist es dort zu finden.

Bei ihrem bürgerlichen Namen Sperling dürften die meisten zuerst an ihre Mutter Brita Sperling denken, die seit vielen Jahren als Sängerin in verschiedenen Formationen und seit 2013 mit ihrer eigenen Rock-Band Bändisch in der Region zu hören ist. "Meine Töchter waren von klein auf immer bei meinen Auftritten dabei", sagt Brita Sperling. "Fast jedes Wochenende war da etwas los", erinnert sie sich, wie alle drei Töchter – Vanessa, Katharina und Isabella – durch ihr Üben daheim alle Texte mitsingen konnten. Zum Beispiel die fürs Programm des Winzerfestes am Familienwohnort Efringen-Kirchen.

Seit acht Jahren schreibt sie Lieder

Vanessa, die inzwischen in Lörrach lebt, erinnert sich, wie sie an einem Winzerfestsonntag im Jugendorchester des Musikvereins Efringen-Kirchen Saxophon spielte und zusammen mit ihrer älteren Schwester Katharina noch zwei Lieder sang. Saxophon spielt sie heute nicht mehr, dafür gewann das Singen immer mehr an Bedeutung. Und seit kurzem lernt sie Klavierspielen. "Es ist so ein schönes Instrument", findet sie und es sei hilfreich, wenn man eigene Lieder schreiben will.

Video: Ezza – Vielleicht



Zum Eigene-Lieder-Schreiben kam sie vor acht Jahren, wie sie erzählt. Zu dem Zeitpunkt hatte sie vor allem englische Coverversionen gesungen, zum Beispiel in der Lörracher SAK-Band. Doch das stellte sie auf Dauer nicht zufrieden. Sie wollte Eigenes kreieren und probierte es zunächst mit englischen Songs. Ein Rapper aus der Schweiz hat sie inspiriert, es mit deutschen Texten zu versuchen. Wer ihre Songs hört, kann nur sagen: Das war gut so. Übrigens ist sie mit dem Songschreiben auch in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten, die die alemannischen Lieder ihrer Band Bändisch ebenso selbst schreibt.

Die Idee gleich ins Smartphone gesungen

Beim Verwirklichen ihres Wunschs, ihre Lieder in einem eigenen Album festzuhalten, verschaffte ihr dann der Lockdown im vergangenen Jahr die nötige Zeit dafür. Nach dem Fernunterrichten ihrer Schüler habe sie viel Zeit dafür übrig gehabt, erzählt sie. Es fiel ja sonst alles aus. Ihre Lieder entstehen meist spontan und schnell. Eine Songidee kam ihr zum Beispiel auf der Autofahrt nach dem Besuch von einer ihrer Schwestern. Daheim sang sie die Idee gleich in ihr Smartphone.

Video: Ezza – Happy Ending



Bei der Umsetzung des Albums spielte dann noch ihr Klavierlehrer an der Musikstation, einer Lörracher Musikschule, Ferenc Marsal eine entscheidende Rolle. Als sie ihm ihre Kompositionen zeigte, war er Feuer und Flamme dafür, diese musikalisch auszuarbeiten und in der Musikstation aufzunehmen. Ferenc Marsal übernahm den Piano- und Basspart, am Schlagzeug saß Norman Lonhard, Gesangs- und Tonspuren wurden getrennt aufgenommen und gemischt.

Die Musik soll nur ein Hobby bleiben

Neun Songs von Ezza auf Youtube, zu hören zu einem Standbild von ihr, sind das beeindruckende Ergebnis. Die Lieder erzählen Geschichten aus dem Leben, loten Empfindungen aus, geben Überzeugungen wieder und sind musikalisch erstaunlich vielseitig. "Nachsingen kann jeder", sagt ihre Mutter Brita Sperling. Sie ist stolz auf ihre Tochter und dieses erste Album. "Ich habe es vor allem für mich gemacht", sagt Vanessa Sperling, "dass ich etwas in der Hand habe." Aber natürlich – sie würde die Lieder auch gerne einmal öffentlich singen und sie hofft darauf, dass Auftritte eines Tages auch wieder möglich sein werden.
Der verlängerte Lockdown und die Kultur: Der Aufschrei bleibt aus

Klar ist für sie allerdings schon, dass die Musik für sie nur ein Hobby bleiben wird. Tatsächlich habe sie früher einmal mit dem Gedanken gespielt, Sängerin zu werden, erzählt sie. "Aber das ist nicht so einfach", ist inzwischen ihre Erkenntnis. Sie ist sich aber sicher, dass das Singen und das Songschreiben sie weiter begleiten werden.