Trauer

Eine Messe über Leben und Tod kommt 2020 nach Freiburg

Dominik Heißler

Von Dominik Heißler

Mi, 30. Oktober 2019 um 11:25 Uhr

Freiburg

Die FWTM hat das Konzept der neuen Fachveranstaltung "Leben und Tod" vorgestellt, die im nächsten Oktober erstmals in Freiburg stattfinden soll. Das Konzept stammt aus Bremen.

Um Trauer soll es gehen, ums Abschiednehmen, aber auch um praktische Dinge wie etwa Patientenverfügungen. Die Messe Freiburg stellte gestern das Konzept der Messe "Leben und Tod" vor: In "lebensbejahender Atmosphäre" soll der Umgang mit Tod und Sterben im Vordergrund stehen. Die Veranstalter sind sich der Schwierigkeit dieses Themas bewusst. "Der Tod gehört zum Leben dazu", sagt etwa Daniel Strowitzki, der Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe, "man sollte sich ihm genauso widmen wie dem Leben an sich".

Die Messe Bremen hat das deutschlandweit einzigartige Konzept entwickelt. "Das ist auch eine Aufforderung, das Thema aus der Tabu-Ecke zu holen", sagt Andrea Rohde, die dort den Bereich Fachmessen leitet. Es sei wichtig, beizeiten mit der Familie über Tod und Sterben zu reden. Anfänglich sei es schwer gewesen, das Thema zu transportieren. Aber mit rund 5000 Besuchern habe es sich seit 2010 zu einem enormen Erfolg entwickelt. Nun gehen sie damit nach Süddeutschland. "Wir hoffen, dass wir das verstetigen können", sagt Rohde.

Fachkongress neben Messe

Zur Freiburger Premiere am 23. und 24. Oktober 2020 wird Rolf Zuckowski spielen. Finanzbürgermeister Stefan Breiter hebt hervor, dass dessen Sprache stark in Lebenswirklichkeiten eingreife. "Dazu gehört unverrückbar auch der Tod." Die Stadt sei glücklich, diese Themenmesse zu haben, zumal es in der Region viele Engagierte gebe, die sich dort präsentieren und informieren könnten. Als Friedhofsdezernent erhofft er sich auch Fortbildungsmaßnahmen für die Angestellten der Friedhofsverwaltung.

In Freiburg wird es neben der Messe auch einen kleinen Fachkongress geben. Die Messe richtet sich an Fachbesucher und an alle, "die sich auf lockere Weise mit dem Thema beschäftigen möchten", sagt Susanne Kränzle, die Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg. Der Verband gestaltet mit seiner Expertise und seinem Netzwerk die Inhalte mit. Die Messe sei eine "große Chance, dem Thema Leben und Sterben eine breitere Öffentlichkeit zu geben".

"Freiburg hat mit die höchste Lebensqualität Deutschlands. Wo das Leben so präsent ist, kann man auch den Tod zumuten." Andrea Rohde, Messe Bremen
Freiburg könne durch die Grenznähe in Nachbarländer ausstrahlen, erklärt Rohde die Standortwahl. Die Freiburger Messe habe eine ähnliche Struktur wie Bremen, was die Organisation vereinfache. Und: "In Stuttgart in Halle 23 wirkt so eine kleine Messe nicht gut." Susanne Kränzle bescheinigt der Region eine "sehr lebendige und bunte Hospizbewegung". In Freiburg gebe es ein stationäres Hospiz, bei den süddeutschen Hospiztagen in Freiburg vor zwei Jahren hätten sie mehr als 200 Leuten absagen müssen. "Freiburg hat mit die höchste Lebensqualität Deutschlands. Wo das Leben so präsent ist, kann man auch den Tod zumuten."

Es gebe Themen, mit denen man relativ einfach Geld verdienen könne, sagt Strowitzki auf Nachfrage zur finanziellen Konzeption. "Und dann gibt es unsere soziale Verantwortung, die wir von der Stadt Freiburg haben: Themen zu bringen, die zur Region passen." Das Thema passe genial hierher. Stefan Breiter sagt mit Blick auf Bremen: "Ich bin zuversichtlich, dass die Messe auch hier erfolgreich läuft."

Prognosen über die Besucherzahlen will Strowitzki ein Jahr vor der Messe keine geben. Nun gelte es, Aussteller zu finden und den Fachkongress zu organisieren. Susanne Kränzle ergänzt: "Heute ist der Startschuss, unsere Netzwerke zu nutzen." Der einjährige Vorlauf sei wichtig.