Rente

Eine Rentenkürzung durch die Hintertür

Brigitte Schemann

Von Brigitte Schemann (Umkirch)

Di, 27. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Wirtschaftsinstitute für späteren Rentenbeginn", Agenturbeitrag (Politik, 16. April)

Mal ganz im Ernst: Wie viele Menschen kennen Sie, die über das 67. Lebensjahr hinaus in einer sich immer schneller entwickelnden Arbeitswelt einer beruflichen Tätigkeit nachgehen könnten? Ein späterer Beginn der schon lange nicht mehr auskömmlichen Rente bedeutet doch nur, dass entweder eine niedrigere Berufsunfähigkeitsrente in Anspruch oder dauerhafte Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn von den Menschen in Kauf genommen werden müssen. Es handelt sich also um eine Rentenkürzung durch die Hintertür. Hinzu kommt, dass künftige Rentner, die wie empfohlen eine zusätzliche private Altersabsicherung finanzieren, durch die viel zu lange anhaltende Niedrigzinsphase auch hier um Teile ihrer prognostizierten Alterssicherung gebracht werden. Glückliches Frankreich, wo die Rente mit 62 üblich ist, oder Österreich, wo die durchschnittliche Jahresrente bei über 2600 Euro liegt.

Mein provokanter Vorschlag lautet daher, Rente ab sofort ab 90, das entlastet die Rentenkasse rasch. Und jeder Antragsteller erhält einen Blumenstrauß und eine Flasche Rotwein. Arbeitgeber halten zudem eine Ausleihe für Rollatoren und Rollstühle sowie pflegerische Dienstleistungen bereit. Brigitte Schemann, Umkirch