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Bernhard Rotzinger: "Politik auf Faktenbasis"

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 12. September 2019 um 12:26 Uhr

Freiburg

Der Polizeipräsident in Ruhestand Bernhard Rotzinger sitzt für die CDU im Gemeinderat. In den kommenden fünf Jahren möchte der 63-Jährige vor allem den Zusammenhalt in der Stadt stärken.

Aus dem Polizeipräsidenten i.R. ist der Gemeinderat Bernhard Rotzinger geworden. Der 63-Jährige ist nicht nur mit dem besten Ergebnis der CDU-Liste in Stadtparlament gewählt worden, er führt seit kurzem nun auch den Kreisverband der Christdemokraten als Vorsitzender an. "Es ist eine neue Welt für mich, die ich versuche, durch intensive Gespräche kennenzulernen", sagt der gebürtige Schwarzwälder über die Kommunalwahlpolitik.

Dass die Sicherheit in der Stadt im Wahlkampf und auch seither kein großes Thema mehr war, wertet er als Erfolg – auch als ein Erfolg der Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Land. Auch der neue Kommunale Vollzugsdienst wirke sich positiv auf das Sicherheitsgefühl aus, nicht umsonst werde der VD auch in den Stadtteilen nachgefragt. Für einen wichtigen Aspekt hält er aber, dass eine gute Kriminalpolitik immer auch gute Sozialpolitik sein muss.

Was ist sein Anliegen für die nächsten fünf Jahre: "Wir müssen den Zusammenhalt in der Stadt organisieren", sagt der CDU-Rat. Es gehe um einen Ausgleich der Interessen – etwa zwischen ruhebedürftigen Anwohnern, die am nächsten Tag zur Arbeit müsse, und einem Eventpublikum, das die Stadt nutze. Die Lebenswelten von Jung und Alt haben teils nur noch wenig miteinander zu tun, so seine Beobachtung.
Geboren am 8. August 1956
Beruf: Polizeipräsident im Ruhestand
Wohnort: Littenweiler
Hobbys: Lesen, Familie, Wandern

"Wir brauchen eine faktenbasierte Politik, ohne Aufgeregtheiten", meint Rotzinger. Durch die sozialen Medien als Verstärkungsmöglichkeit werde heute alles emotionalisiert und gehypt: "Freiburg hat 230 000 Einwohner, da dürfen 10 bis 15 Lautsprecher nicht den gemeinsamen Ton angeben." Er hofft, dass Gemeinderat und Stadtspitze da einen guten Weg miteinander finden.

Im Gemeinderat will sich der Ex-Polizeichef nicht auf die Sicherheitsthemen verengen lassen. Er wird im Mobilitätsausschuss vertreten sein und im Migrations- und Integrationsausschuss.

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