Englisch lernen durchs Bühnenstück

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Di, 19. November 2019

Bonndorf

Durch eingängiges Vokabular hilft "White Horse Theatre" Bonndorfer Realschülern auf die Sprünge.

BONNDORF (mhw). Englischsprachige Theateraufführungen durch das "White Horse Theatre" haben an der Realschule eine lange Tradition. Die Stücke sind auf das Alter des Publikums zugeschnitten. Zudem fördert das jugendliche Alter der Darsteller einen völlig anders gearteten Zugang zur englischen Sprache als dies im Unterricht möglich ist. Es gastierte wieder ein britisches Ensemble vor Schülerinnen und Schülern der sechsten bis neunten Klassen.

Mit verblüffend wenigen und einfachen Requisiten sowie eingängigem Vokabular bringen die Schauspieler Aufführungen zustande, die von ihrem Publikum ohne weiteres verstanden werden – selbst wenn das eine oder andere Wort vielleicht nicht direkt übersetzt werden kann. Melanie Thompson, Daniel Allen, Samuel Hendrix und Savannah Gallo ziehen die Zuschauer in ihren Bann, suchen unmittelbar die Begegnung und machen Schülerinnen und Schüler in ihrem Bühnenspiel zu Mitwirkenden. Zumal die Inhalte der Theaterstücke Interessen und Lebenswelt der Heranwachsenden teilweise gut beschreiben.

An Shakespeares Komödie "Zwei Herren aus Verona" war die Aufführung für die Acht- und Neuntklässler angelehnt. Liebe, Treueversprechen und Verrat werden darin thematisiert. Die Freundschaft zweier Jugendlicher wird auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, als einer dem anderen die erste große Liebe streitig machen will. Sein eigenes Treueversprechen wirft er über Bord, schenkt der neuen "Liebe" sogar den Freundschaftsring, der ihn mit seiner ersten Freundin verbinden sollte. Als die beiden mittlerweile befreundeten Mädchen das unwürdige Geschachere um sie bemerken, verlassen sie die Freunde.

Der Trennungssituation in Familien hingegen widmete sich das Stück "The Empty Chair" für die Sechst- und Siebtklässler. Robbie lebt mit seiner Mutter allein, nachdem der Vater die Familie verlassen hat. Wie aus dem Nichts taucht Jared auf, ein Außerirdischer, der die Zuneigung der Mutter im Handumdrehen gewinnt, bei Robbie indes auf Ablehnung und Misstrauen stößt. Mit viel Geduld und Nachsicht verändert sich das allmählich. Als Robbie beobachtet, wie Jared die Rückkehr auf seinen Heimatplaneten verweigert, weil er bei ihm und seiner Mutter bleiben möchte, bricht auch bei ihm das Eis. Ihn stört nicht einmal mehr, dass Jared tatsächlich von einem anderen Planeten kommt.