Raumfahrt

Enttäuschung für Israel: Mondlandung von Raumsonde gescheitert

dpa

Von dpa

Do, 11. April 2019 um 22:10 Uhr

Panorama

Die Hoffnungen waren riesig. Die Enttäuschung ist umso größer. Israel wollte als viertes Land der Welt auf dem Mond landen. Doch beim Landemanöver kam es zu einem technischen Fehler.

Die geplante Landung einer israelischen Raumsonde auf dem Mond ist gescheitert. "Es gab einen Defekt in dem Raumschiff", sagte Ofer Doron von Israel Aerospace Industries (IAI) am Donnerstagabend. Nach Angaben der israelischen Non-Profit-Organisation SpaceIL, Betreiberin der Sonde, war ein wichtiger Motor der Raumsonde "Beresheet" beim Landemanöver ausgefallen. Die Kommunikation mit der Sonde ging verloren. Israel sei jedoch das siebte Land der Welt, dem es gelungen sei, in die Umlaufbahn des Mondes zu gelangen.

Israel hatte gehofft, als vierte Nation nach den Großmächten Russland, USA und China, auf dem Mond zu landen. Es war die erste privat finanzierte Mission dieser Art.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er hoffe auf einen neuen Versuch binnen zwei bis drei Jahren. Der israelische Milliardär Morris Kahn, wichtigster Sponsor, sprach von einer "riesigen Errungenschaft" trotz der fehlgeschlagenen Landung. "Wir haben allen Grund, stolz zu sein."

Die Sonde war seit knapp einer Woche um den Erdtrabanten gekreist und hatte dabei mehrere wichtige Manöver gemeistert. Die Landung im Bereich des "Meers der Heiterkeit", einem Mondmeer, steuerte sie dann vom optimalen Punkt aus an.

Die Raumsonde hatte ihre sieben Wochen lange Reise zu dem Erdtrabanten am 22. Februar am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida begonnen. Sie wurde von einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk in die Umlaufbahn der Erde befördert.

Die Sonde mit einem Gewicht von knapp 600 Kilogramm und 1,50 Meter Höhe sollte eine israelische Flagge auf dem Mond aufstellen und das Magnetfeld untersuchen.

"Beresheet" ist der hebräische Name des 1. Buch Mose (Genesis) in der Bibel. An Bord der unbemannten Sonde, die etwa die Größe einer Waschmaschine hatte, war eine Zeitkapsel mit Hunderten digitalen Dateien – darunter ist auch eine hebräische Bibel, die auf einem Träger in Münzgröße gespeichert ist.