Hausdurchsuchungen

Ermittler decken illegalen Handel in Telegram-Gruppen auf

dpa

Von dpa

Fr, 30. Oktober 2020 um 11:43 Uhr

Deutschland

Es geht um Drogen, Waffen, gefälschte Dokumente und gestohlene Daten und 28 Verdächtige: Am Donnerstagmorgen hat die Polizei in mehreren Bundesländern insgesamt 30 Objekte durchsucht.

Wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten sind Ermittler in mehreren Bundesländern gegen Administratoren von Gruppen auf dem Messenger-Dienst "Telegram" vorgegangen. Bei einer Aktion in sechs Bundesländern seien insgesamt neun Chatgruppen übernommen und sichergestellt worden, teilten das Bundeskriminalamt und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag mit.

Gegen 28 Beschuldigte wird ermittelt

Es werde gegen insgesamt 28 Beschuldigte ermittelt. Gegen sie seien am Donnerstag Durchsuchungsbeschlüsse in 30 Objekten vollstreckt worden.

Sichergestellt worden seien mehr als vier Kilogramm Betäubungsmittel, acht Waffen sowie 8000 Euro in bar, zudem Datenträger und Smartphones. 13 Männern zwischen 18 bis 54 Jahren wird unter anderem unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln in teils nicht geringer Menge vorgeworfen. Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Offenbach in Hessen wurde den Angaben zufolge verhaftet, ein 19-Jähriger aus demselben Landkreis soll noch an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

"Telegram" werde beim Handel mit illegalen Waren und Dienstleitungen als Alternative zu Handelsplattformen im Darknet verwendet, erklärten die Behörden. In teilweise öffentlich zugänglichen Kanälen und Chatgruppen erfolge die Anbahnung der illegalen Geschäfte, die Abwicklung danach in separaten Chats zwischen einzelnen Nutzern.

Beteiligt waren den Angaben zufolge die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg sowie die Staatsanwaltschaften in Bremen, Chemnitz, Essen, Hagen, Konstanz und Mannheim. Zudem habe es in Österreich durch die Staatsanwaltschaft Feldkirch mit der Polizei Vorarlberg Durchsuchungen gegeben.