Es ist nicht gut um sie bestellt

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Sa, 12. Oktober 2019

Literatur & Vorträge

BZ-Plus BZ-INTERVIEW mit dem Göttinger Verleger Thedel von Wallmoden über das Edieren von Klassikern in der heutigen Zeit /.

er kennt heute schon noch "seinen" Goethe oder "seinen" Schiller? Wer hat den Faust noch drauf oder den Wallenstein? Wer interessiert sich gar noch für ganze Klassikerausgaben? Über die Gefährdungen der literarischen Tradition in Zeiten des Internet sprach Bettina Schulte mit dem Göttinger Verleger Thedel von Wallmoden. Sein Wallstein Verlag ist inzwischen fast der einzige, der noch ganze Werkausgaben herausbringt.

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BZ: Herr von Wallmoden, Klassiker scheinen aus der Mode zu kommen, Klassikerausgaben erst recht. Ihr Verlag hat allerdings gerade eben eine sechsbändige Ausgabe mit Werken von Johann Peter Hebel herausgebracht. Was hat Sie dazu veranlasst? Lohnt sich das noch?
Wallmoden: Es gibt nur wenige Autoren, die sich so frisch und in so meisterhaftem Stil mit Themen wie Obrigkeit, Aberglauben und gesellschaftlichen Konventionen auseinandersetzen wie Johann Peter Hebel. Wer für Sprachkunst und waches, kritisches Denken empfänglich ist, muss diesen Autor lieben. Insofern lohnt es sich unbedingt, eine neue Ausgabe seiner gesammelten Werke zu verlegen, denn die hat es sehr lange nicht gegeben.
BZ: Für wen ist diese sehr schön gestaltete Ausgabe gedacht? Für Hebel-Forscher? Für Philologen? Oder auch für den gemeinen Leser, der sich bei dieser Ausgabe immerhin allein durch zwei Briefbände arbeiten muss?
Wallmoden: Die Ausgabe wurde von Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Jan Knopf und Franz Littmann sowohl für ein literarisch interessiertes Publikum als auch für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Johann Peter Hebel erarbeitet. Das bedeutete jahrelange mühevolle Arbeit an Handschriften und gedruckten Texten. Was hier geleistet wurde, ist mit Geld gar nicht aufzuwiegen. Deshalb können solche Ausgaben nur erscheinen, wenn sowohl die wissenschaftliche Arbeit daran als auch was der Verlag dazu beiträgt, gefördert werden. Das ist wie bei Konzerten und Theateraufführungen. Auch die können fast nie ...

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